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Chronik des von dem Herrn Professor Schellbach geleiteten mathematisch-pädagogischen Seminars : 1855-1880. Zur Jubelfeier seines fünfundzwanzigjährigen Bestehens / entworfen von Felix Müller
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JAin Ehrentag für das Königliche Friedrich-Wilhelms-Gymnasium so berichtet Director Ranke in der Chronik dieser Anstaltwar der 14. Februar 1854, an welchem Se. Excellenz der Ministerder geistlichen, Unterrichts- und Medicinal-Angelegenheiten Herrvon Raumer, in Begleitung des Geheimen Ober-RegierungsrathesHerrn Dr. Wiese, das Gymnasium mit seinem Besuche erfreute.Bei Gelegenheit dieses Besuches wurden beide Herren auf dieeigenthümliche Unterrichtsmethode des Herrn Professor Schellbachaufmerksam und von lebhaftem Interesse dafür erfüllt. Der HerrGeheimerath Wiese sprach es sofort als sehr wünschenswerth aus,wenn angehende Mathematiker und Physiker Gelegenheit hätten,einem solchen Unterrichte beizuwohnen. Dieser Ausspruch warder intellectuelle Keim zu einem für die Wissenschaft und für dieSchule gleich fruchtbringenden Institute, das 14 Monate später in sLeben trat und das heute, am Tage der Feier seines 25jährigenBestehens, mit Stolz und Freude auf eine segensreiche Wirksam-keit zurückblicken darf.

Mit Freuden begriifste Professor Schellbach die ihm geboteneGelegenheit, sein pädagogisches Talent in weiteren Kreisen nutz-bar zu machen, und einen gleich lebhaften Wiederhall fand dieangeregte Idee in dem für alles Grofse und Schöne in edelsterBegeisterung erglühenden Director Ranke. Der Bereitwilligkeitbeider Männer, mit Wort und That für die Verwirklichung dieserIdee einzutreten, war ein gutes Theil des Erfolges zu danken.

Am 8. Januar 1855 erschien ein Ministerial-Rescript, worinder Plan eines Versuches näher dargelegt wird, um dem Probe-jahr der Schulamts-Candidaten eine gröfsere Sicherheit des Erfolgeszu verleihen. In diesem Ministerial-Rescript heifst cs: «Die Wahr-nehmung, dafs der Circular-Verfügung vom 24. September 1826,durch welche ein Probejahr der Candidaten des Höheren Schul-amts angeordnet ist, in vielen Fällen nur sehr unvollkommenentsprochen wird, indem die Probe-Candidaten meist zu wenig