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Allgemeine chemische Mineralogie / C. Doelter
Entstehung
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43
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Isomorphismus.

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Körper, welche bei meist ähnlicher chemischer Zusammensetzung dieEigenschaft besitzen, in ähnlichen Krystallformen zu krystallisiren undMischlingskrystalle zu bilden, welche morphologisch und physikalisch ineinander übergehen, sind isomorph.

Für die Mineralogie ist diese Frage des Zusammenkrystallisirens che-misch nicht ganz gleicher Körper von Wichtigkeit; denn die Annahme, dassnur chemisch ganz analoge Verbindungen Mischkrystalle liefern können, hatAnlass dazu gegeben, dass man aus den chemischen Formeln der Mineralienäusserst complicirte unwahrscheinliche Salze herausrechnete, wie diesnamentlich bei den Silikaten der Fall gewesen ist. Würde die Möglichkeitvorliegen, dass im Sinne Kleins und Retgers der Isomorphismus zuerweitern sei, so würden die chemischen Formeln sich ungleich einfachergestalten können: namentlich die Annahme, dass die Summe der Valenzenbei den sich mischenden Substanzen dieselbe sein muss, wird sich wohlkaum aufrecht erhalten lassen.

Diese Hypothese hat insofern einen sehr ungünstigen Einfluss gehabt,als man auch in Fällen, in welchen bei isomorphen Mischlingskrystallennur die eine oder auch gar keine der Componenten bekannt war, aufGrundlage der gleichen Summe der Valenzen Formeln herausrechnete.Dadurch aber, dass constatirt ist, dass auch in isomorphen Mischlingskry-stallen verschiedene nicht analoge Constitution denkbar ist, wird man vorder Aufstellung derartiger hypothetischer Verbindungen bewahrt bleiben.

Das Wesen der Isomorphie. Den Grund für den Isomorphismussuchte man lange Zeit in dem sogenannten Molekularvolumen. Dividirt mandas Molekulargewicht einer Verbindung durch das specifische Gewicht, soerhält man das Molekularvolumen. Man macht nun die Beobachtung, dassdie Molekularvolumina isomorpher Substanzen gleich sind oder in einfachemVerhältnisse stehen, wie folgende Tabelle zeigt. Es haben sich jedoch auchzahlreiche Ausnahmen von dieser Regel ergeben, welche geeignet sind, dieRichtigkeit obigen Gesetzes zu erschüttern, insbesondere giebt es nichtisomorphe Substanzen, welche trotzdem gleiches Molekularvolumen zeigen.Immerhin scheint die Uebereinstimmung eine sehr beachtenswerthe *).

Name

Formel

Molekular-

gewicht

Dichte

Molekular-

volumen

Verhältniss

Rothkupfererz

Clt-2 0

142,8

5,75

24,8

2,2

Periklas

Mg 0

40

3,63

11

1

Nickeloxyd

NiO

74

5,74

12,9

1,2

Wismutoxyd

BiO

4 28

8,1

15,8

1,4

Rutil

Ti0 2

86

4,25

19

1

Zinnstein

Sn 0 2

150

6,9

21,8

1,1

Zirkon

Zr0 2 Si0 2

94

4,5

20,2

1

1) Schröder, Pogg. Ann. 107. Bd. p. 126. Schrauf, 1. c. Bd. II. p. 36.