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Chemische Analyse der Mineralien.
vorhanden, so geben sie eine Mischfarbe und das eine Metall, z. B. Natrium,kann alle übrigen verdecken; in diesem Falle muss man, um letzteres zuvermeiden, die Flamme durch ein blaues Glas oder eine mit Indigo gefüllte,mit parallelen Wänden versehene Glasflasche betrachten, so um Kalium,welches von Natrium sonst verdeckt würde, zu erkennen.
Sicherer ist es aber, vermittelst eines kleinen Spektroskopes die Flammezu beobachten, wodurch die charakteristischen Spektrallinien sichtbar wer-den und auch mehrere Metalle nebeneinander beobachtet werden können.
W. A. Boss empfiehlt zu diesem Zwecke eine Spektralbrille, wobeiein kleines Spektroskop wie eine Brille aufgesetzt wird, und der Beob-achtende selbst den Draht in die Flamme einzutauchen und gleichzeitig zubeobachten in die Lage kommt.
Zur Erzeugung von Flammenreaclionen wird man sich, falls keinBrenner zur Hand ist, auch des Alkohols bedienen können, den man ineiner Porzellanschale mit der gelösten Substanz gemengt entzündet.
Bei Flammenreactionen und spektral-analytischen Untersuchungen kannman unter Umständen eine Schätzung der Quantitäten der einzelnen Ele-mente vornehmen. So zeigte Szabö 1 ), dass man in den Feldspathendurch Anwendung der Schmelzbarkeit und der Flammenreactionen das Men-genverhältniss von Kalkerde, Natron, Kali bestimmen kann.
Freilich sind derlei Untersuchungen zu sehr von der Uebung und Ge-schicklichkeit des Experimentators abhängig, um allgemein empfohlen wer-den zu können.
Das Gleiche gilt für die Anwendung von Lölhrohrreactionen zur Tren-nung der Metalle, wie sie von geschickten Probierern ausgeführt wird; ins-besondere bei den geschwefelten Erzen werden die Reactionen auf Kohlemit Soda und ähnliche andere, auch solche mit Borax, dazu verwendet,um die Mengen von Eisen, Silber, Gold, Kobalt, Kupfer etc. zu berechnen.Eine ausführliche Anleitung dazu gab Richter in seinem erwähnten Werke.
Eine andere Art von Flammenfärbung wird durch Phosphor salz-perlen, die mit Kupferoxyd gesättigt werden, ausführbar; es bildetsich bei Zusatz von gewissen Stoffen rings um die Perle ein farbiger Schein,und erscheint z. B. die Flamme rings um die Phosphorsalzperle bei Gegen-wart von Chlor schön blau gefärbt, bei Gegenwart von Jod dagegen smaragd-grün. Diese Flammenfärbung ist oft, namentlich wenn nicht zu kleineMengen der betreffenden Verbindung vorhanden sind, sehr charakteristisch.
Es seien auch einige Bemerkungen über die Anwendbarkeit der ver-schiedenen Operationen zugefügt. Bei Schwefelverbindungen wird manhauptsächlich durch die Reactionen im Glasrohr, auf Kohle und Aluminium-blech zum Resultate gelangen, bei Oxyden wendet man namentlich Boraxoder Phosphorsalz an, ebenso um die Metalle der meisten Salze zu eruiren;insbesondere gilt dies für die Schwer- und Sprödmetalle. Die Metalle der