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Allgemeine chemische Mineralogie / C. Doelter
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Mikrochemische Reactionen.

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zweiten mit dem Reagens, auf den Objectträger und verbindet sie mitHülfe eines Baumwollfadens x ).

Bisher haben wir angenommen, dass das Mineralpulver in einem be-sonderen Gefässe aufzulösen ist; man kann jedoch das Ganze auch auf demObjectträger anstellen, insbesondere w r o kein unlöslicher Rückstand oderkein Niederschlag beim Lösen sich bildet. Wendet man dabei Säuren an,welche Glas angreifen, so überzieht man den Objectträger mit einem Harz-Ueberzug oder aber man wendet statt Glas Schwerspathplättchen an.

Die mikroskopischen Reactionen können nur dort mit Erfolg ange-wendet werden, wo sich gut krystallisirte Niederschläge bilden, und sinddaher nicht immer verwendbar, da bei nur krystallinischen Niederschlägeneine Täuschung zu leicht möglich ist. Erfordert wird überdies die Rein-heit der Substanz, welch letztere von Beimengungen auf mechanischemWege vorher gesondert sein soll 1 2 ).

Eine allgemeine Verbreitung dürfte die Methode daher nicht finden;aber zur Erkennung einer Anzahl von Bestandtheilen, insbesondere vonThonerde, Natron, Kali, Chlor, Phosphor, Kalk, Magnesia, Fluor etc. leistetsie grosse Dienste. Von besonderem Werthe sind auch die mit Kieselfluss-säure erhaltenen Reactionen, welche Boficky uns kennen gelehrt hat.

Man operirt bei diesen auf Barytplättchen oder auf einem Objectträger,den man mit Canadabalsam bedeckt hat, so dass die angewandte Kiesel-flusssäure nicht mit dem Glase in Berührung kommt. Die Säure sollabsolut rein sein, daher muss käufliche Kieselflusssäure vorher durchDestillation in Platingefässen gereinigt und auch in solchen aufbewahrtwerden. Man löst mit einem Tropfen unter Erwärmen und lässt dannverdunsten, nachdem man noch einen Tropfen Wasser hinzugefügt hat.Die erhaltenen Kieselfluoride sind sehr charakteristisch und man kann neben-einander namentlich Kalium und Natrium, sowie Magnesium erkennen.

Eine weitere Methode ist die von Haushofer empfohlene Anwendungder concentrirten Schwefelsäure zu der mikroskopischen Analyse; die ge-bildeten Sulfate sind oft sehr deutlich.

Hier nur einige Beispiele mikrochemischer Reactionen:

Kalium. Mit Platinchlorid erhält man Krystalle von Kaliumplatin-chlorid, dem regulären System angehörig, das Octaeder mit Würfel zeigend;man wende eine sehr verdünnte Lösung an, um gute Krystalle zu er-zielen.

1) Literatur über mikrochemische Reactionen ausser den eingangs genannten: Knop,Z. d. d. geol. Ges. 22. 1870. p. 919. Boricky, Elemente einer neuen chemfsch-mikrosk. Mineral- und Gesteins-Untersuchung. Prag 1877. Haushofer, Zeitschr. f.Kryst. IV. p. 42. Behrens, Med. d. Kon. Akademie van Wetenschappen. XVII.Rose, Ber. d. Berl. Ak. 1867. p. 129 u. 450. Wunder, J. f. prakt. Chemie. 1870.p. 1 u. 2. Streng, N. J. f. Min. 1885. I. p. 23 u. 1888. M. Lövy u. Bourgeois,Bull. soc. min. 1882. No. 5. Haushofer, Sitzb. d. Münchener Akad. 1883. p. 436.

2) Siehe den nächsten Abschnitt: Die mechanische Trennung der Mineralien.