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keine Pontons und folglich keine anderen Uebergangsmittel hatte,als die sie in der Gegend fanden, so kam allerdings auch vieldarauf an, den Uebergang zu gewinnen, ohne ihn erzwingen zumüssen, also auf einem Punkt, wo sich kein namhaftes feind-liches Korps befand. Um dieses Umstandes gewiß zu fein,hielt Bonaparte es für besser, anstatt mit seiner ganzen Armeerechtsab den Po hinunter zu marschiren, die feindliche Armee inder Gegend, wo sie das Nordringen nun einmal erwartete undsich zum Widerstand gefaßt gemacht hatte, durch Demonstra-tionen festzuhalten und den Uebergang durch ein den Stromhinunter detachirtes Korps erst zu gewinnen, dann aber mit derArmee schnell dahin zu folgen. Dies beschränkte die strategischeUmgehung darum noch viel mehr, weil, je weiter der Punkt desUebergangs von beiden Armeen entfernt war, um so wenigerauf eine Ueberraschung zu rechnen war.
Aus dieser letztem Rücksicht glaubte Bonaparte nicht ein-mal bis Cremona hinuntergehen zu können, wodurch er denVortheil gehabt haben würde, die Adda zu umgehen und dieHauptstraße nach Mantua, nämlich über Cremona, zu durch-schneiden, sondern er wählte den Punkt von Piacenza, wozu dienäheren Lokalumstände, die bei solcher Gelegenheit immer diegenauere Bestimmung abgeben, Veranlassung waren.
So motivirt sich der Uebergang des französischen Feldherrnnach den einfachsten und durchgreifendsten strategischen Grund-sätzen, und es ist gewiß nicht zu bezweifeln, daß sie ihm, wennauch nicht in dieser Form, vorgeschwebt haben. Viele Leserwerden indeß glauben, es müsse auch noch der Gefahr gedachtwerden, in welche die französische Operationslinie durch einentotalen Rechtsabmarsch gerathen wäre, wenn Beaulieu vonPavia aus darauf gewirkt hätte. Es ist nicht unmöglich, daßdiese Vorstellung auch bei dem Entschluß des französischen Feld-herrn mitgewirkt hat, wir aber müssen sie für unzulässig erklären.Die östreichische Operationslinie war ihrer Lage nach eben sosehr bedroht, als die französische; die französische Armee aber,wie wir schon gesagt haben, war die Physisch und moralischüberlegene, die bestimmende, und es konnte also nur für sie