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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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nicht zu durchwatenden Fluß führt! Wer hätte einen solchenPosten nicht für unangreifbar erklärt?

Es ist eine wahre Schande für die Kriegsgeschichte, daßwir über die näheren Umstände dieses Gefechts, so wie über diegenauere Oertlichkeit, so gut wie gar nichts wissen, während esdoch ein fast unerhörtes Ereigniß betrifft. In dieser Oertlich-keit aber, so wie in den näheren Umständen der Anordnungenmuß der Schlüssel gesucht werden, und dann wird der Ausgangvermuthlich weniger wunderbar erscheinen.

Wukassowitsch scheint mit seiner Arrieregarde die Brückevon Lodi ohne Unfall erreicht und passirt zu haben, wiewohlscharf gedrängt*). Auch das Bataillon und die beiden Schwa-dronen, welche auf dem rechten Ufer geblieben waren, zogen sichzurück, ohne vom Feinde so nahe gefolgt zu werden, daß ermit ihnen zugleich hätte hinüberdringen können. Noch flößtedie östreichische Artillerie den Franzosen den gehörigen Respektein. Nur hatte freilich unter diesen Umständen kein Theil derBrücke vorher abgebrochen werden können, was auch wedernöthig, noch thnnlich schien.

Bonaparte schloß bei dem Gefecht, welches er mit dem anden Eingängen der Stadt aufgestellten Bataillone hatte, ausdem Dasein dieses Bataillons, daß die Brücke nicht abgebrochensein müsse; er eilte daher persönlich nach ihrem Eingang undließ augenblicklich unter dem stärksten feindlichen Kartätschen-feuer zwei Geschütze seiner Avantgarde vorbringen und dicht ander Brücke aufstellen (vermuthlich etwas gedeckt), um das Zer-stören der Brücke dadurch zu verhindern.

Ansehnliche Batterien wurden auf den Theilen des Stadt-walles von Lodi aufgefahren, welche Fronte gegen die Brückemachten. Nun wurde ein furchtbares Feuer auf die östreichischeArtillerie eröffnet, die, durch nichts gedeckt, dadurch sehr gelittenzu haben scheint und vermocht wurde, ihre Geschütze etwasweiter zurückzuziehen, um aus dem wirksamsten Kartätschenschußzu kommen.

') Briese aus Italien. S. 172.