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nach erfordern würde, darüber konnten beide nichts Gewissesvorhersehen. Das Direktorium wollte den größten Theil derAlpenarmee zur italiänischen stoßen lassen und meinte dann etwadie Halste davon zu verwenden. Bonaparte meint, man könntees mit einigen echclonirten Divisionen thun, — der Unterschiedist nicht groß. Aber das Direktorium wollte das Kommandobeider Armeen von einander unabhängig einrichten, Bonapartedagegen das Ganze behalten; und darum stellt er die Unter-nehmung gegen Unteritalien wie eine Nebenunternehmung vor,welche dem Kommando der italiänischen Armee untergeordnetbleiben müßte.
Abgesehen von seinem persönlichen Interesse, hatte Bona-parte in der Sache vollkommen Recht, denn diese beiden Kriegs-theater sind so abhängig von einander, daß die Einheit desBefehls unerläßlich ist, und es lächerlich sein würde, beide vonParis aus leiten zu wollen. Aber dergleichen Lächerlichkeitenkommen oft vor, und das Direktorium ist hierin gewiß schonhundertmal von anderen Kabinetten übertrosfen worden. DasDirektorium dachte sich, daß vielleicht ein Marsch bis Neapelnöthig würde; Neapel ist von Mantua achtzig Meilen; wennman aus den Augen läßt, daß beide Armeen eine gemeinschaft-liche enge Basis zwischen Piemont und dem Meere hatten, sokonnte die Entfernung wohl auf den Gedanken bringen, beideFeldherren von einander unabhängig zu machen.
Daß dem General Bonaparte die Unternehmungen gegenUnteritalien aufgetragen wurden, mag allerdings seinen Grunddarin gehabt haben, daß das Direktorium eben erst (in dem-selben Briefe vom 7. Mai) die Pläne Bonapartes vom unver-weilten Einrücken in Deutschland zurückzuweisen gehabt hatte,und daß Carnot also vielleicht fürchtete, dieser Feldherr würde,wenn er das Kommando in Oberitalien behielte, sich doch nichtabhalten lassen, unbesonnen in den Alpen vorzudringen.
Bonaparte war, wie wir aus seinen Memoiren sehen*),empört über diese Undankbarkeit des Direktoriums. In seinem
') Aewoires etc. Th. 3, S. 185.