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Wir werden uns mit diesen Fehlern sogleich beschäftigen. DerWiderspruch muß also entweder in der vorausgesetzten Meister-schaft des französischen Feldherrn oder in der Unmöglichkeit derAufgabe seinen Grund haben. Und die Meisterschaft ist eswirklich, welche wir Bonaparte bei näherer Betrachtung ver-sagen müssen.
Bonapartes Verfahren war neu, überraschend, von großerEntschlossenheit und unerhörter Thätigkeit; man kann es bril-lant nennen; es war aber nicht richtig und konnte die ganzeAusgabe, welche ihm gestellt war, nimmermehr lösen.
Wir haben gesehen, daß der Zweck der Oestreichs ein dop-pelter war; der Entsatz von Mantua und ein Sieg über diefranzösische Armee, durch welchen sie um den Besitz des Mai-ländischen gekommen wäre.
Also war auch Bonapartes Aufgabe eine doppelte: sich amMincio zu erhalten und die Belagerung zu decken.
Mit etwa 44,000 Mann eine Festung einschließen und be-lagern, deren Garnison 12,000 Mann stark ist, diese Belage-rung decken gegen eine Armee, die 5)0,000 Mann zählt, und dasbei einem sehr unvortheilhaften Kriegstheater, nämlichumgeben von Alpengebirgen, in deren Besitz der Feind ist, undwelche die strategische Flanke und Verbindungslinie bedrohen,das ist eine Aufgabe, die gegen einen Feind, dem der Entsatzam Herzen liegt, unendlich schwierig ist und bei der Anwendungeiner Observationsarmee an das Unmögliche grenzt. Zwarwaren die Oestreichs nicht so überlegen, daß sie durch dasbloße Uebergewicht der Zahl die Sache entscheiden, zugleich aberdurch die Ueberflügelung den Erfolg vergrößern konnten, wie esihre Absicht gewesen zu sein scheint, aber wenn sie beisammenblieben und von der Ueberflügelung des Kriegstheaters keinenGebrauch machten, so waren sie den disponibeln Kräften Bona-partes so überlegen, daß dieser schwerlich auf einen Sieg rechnenkonnte, wenn sie dagegen von der Ueberflügelung Gebrauchmachten, so war es für Bonaparte unmöglich den Entsatz vonMantua zu verhindern. Offenbar war es die an der Chiesevordringende Kolonne, welche Bonaparte nöthigte, die Belage-