Buch 
4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
Entstehung
Seite
198
JPEG-Download
 

198

Bemerkung stehen, die wir blos gemacht haben, um einer ganzfalschen Folgerung vorzubeugen.

Da nun die Oestreichs einmal das doppelte Vorgehen ausTirol in die Ebene beschlossen hatten, so wollen wir die Art,wie sie es ausführten, mit einer aus unsern Grundsätzen hervor-gehenden vergleichen.

Sie handelten diesen Grundsätzen ganz offenbar ent-gegen.

Alvinzi sucht so schnell als möglich in die Nähe von Da-vidowitsch zu kommen, und wie er in seiner Nähe ist, hat seinLatein ein Ende. Verona und die Etsch und die französischeArmee trennen beide, Einer lauert auf den Andern, und keinMensch kann sagen, wie Beiden geholfen werden könnte. Wieein angstvoller kleiner Käfer nur ein paar Zoll schnell läuft unddann wieder einige Minuten bewegungslos innehält, ohne daßsein dumpfes, schwaches Bewußtsein sich von dem einen oderandern eine deutliche Rechenschaft wird geben können: so Da-vidowitsch und Alvinzi in der Unklarheit ihres ganzen Begin-nens. Zuletzt geräth Alvinzi aus seinem Angriff in eine Artvon Schwebe, aus der unmöglich etwas Gutes hervorgehenkonnte. Er wird auf die Vertheidigung zurückgeworfen, undmit dem Bewußtsein eines Malefikanten, den das rächendeSchwert unfehlbar treffen wird, steht er rathlos da und läßtfeinen Gegner so lange an sich herumtasten, bis jener ihm eineschwache Seite abgewonnen hat.

Nach unsern Grundsätzen hätte Alvinzi über Padua aufLegnago vordringen sollen, und ungefähr um die Zeit, wo erbei Legnago eintraf, mußte Davidowitsch die Stellung vonRivoli nehmen. Beide mußten ihre Operationen auf Mantnarichten und so lange nnt der höchsten Energie vordringen, alssie eine Hoffnung auf den Sieg vor sich sahen. Diese einfacheInstruktion war die einzig praktische, und wenn sie auf Gefahrenführte, so stand diesen Gefahren wenigstens die Möglichkeit einesErfolges gegenüber, während jede andere dieser Möglichkeit ent-behrt hätte.

Legen wir zuerst die Voraussetzung zu Grunde, daß die