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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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haben. In der Untersuchung dieser Verhältnisse werden wiraber nicht bei der italiänischen Armee stehen bleiben können,sondern auch die Rheinarmeen in Betracht ziehen müssen.

Bevor wir uns damit beschäftigen, haben wir aber nocheinen prüfenden Blick aus die Unternehmung der italiänischenArmee selbst zu werfen.

Wir haben bereits gesagt, was Bonaparte bewog, den Feld-zug von seiner Seite schon Anfangs März zu eröffnen. Nachseinen Memoiren glaubte er sich an der Ens mit der Rheinarmeedie Hand zu bieten. Er setzte dabei voraus, daß diese, 120,000Mann stark, unter dem Befehl eines Generals bei Straßburgüber den Rhein gehen und unaufhaltsam durch Baiern vor-dringen werde. Zwcimalhundertausend Mann stark, meint er,würden sie dann auf Wien marschirt sein und dem Kaiser Ge-setze gegeben haben.

Wir bezweifeln, daß diese spätere Darstellung seiner dama-ligen Ansicht vollkommen wahr sei. Es ist nicht denkbar, daßer die Streitkräste der Franzosen am Rhein sich Ende Februar120,000 Mann stark zum Uebergang bei Straßburg vereint ge-dacht haben sollte, während sie sechs Wochen später noch in zweigetrennten Armeen vierzig Meilen auseinander standen.

Das glühende Verlangen, der Erste vor den Mauern Wienszu sein, seinen Namen hoch über die Mitbewerber zu stellen,indem er ohne andere Theilnahme dem Kaiser das Gesetz desFriedens gab, das Gefühl seiner persönlichen Kraft, das Ver-trauen zu seinem Glück, das war es, was Bonaparte ohne vielBerechnung und Abwägung der Gefahren fortriß auf der Sicges-bahn, die sich ihm austhat. Er wagte ein großes Spiel, weiles in seinem Charakter und in seinem persönlichen Interessewar.

Allerdings aber hat er sich die Umstände nicht so gefahrvollgedacht, wie sie sich einige Wochen nach Eröffnung des Feldzugszu entwickeln schienen. Mußte er auch recht gut wissen, daß ernicht mit der Nheinarmee zugleich vor Wien eintreffen könnte,was schon in dem Unterschiede der Entfernung lag, so hatte erallerdings nicht erwartet, daß sie in dem Augenblick, wo er vom