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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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da aus gegen die Donau vordringen würde: so bekommt derGedanke, sich unter den hier gegebenen Umständen mit derHauptmacht zur Vertheidigung der östreichischen Monarchie inTirol aufzustellen, etwas sehr Gewagtes, und man begreift, daßweder die östreichische Regierung, noch der Erzherzog den Muthdazu hatte. Es würde so viel geheißen haben, als die Wider-standsfähigkeit des Augenblicks zu der Gefahr einer großenKatastrophe erhöhen.

Ganz passend wäre das Mittel gewesen, wenn die Oestreichsso im physischen und moralischen Gleichgewicht der Macht niitihrem Gegner gewesen wären, daß sie Anspruch daraus machenkonnten, ihre Grenze vor jeder Invasion sicher zu stellen; dahingegen, wo das Gleichgewicht der Macht schon verloren ist,da ist gerade die feindliche Invasion oder richtiger der eigeneRückzug in das Innere des Landes das Mittel, es herzustellen.

Bonaparte macht in seinen Memoiren dem Erzherzog Karleinen Vorwurf daraus, nicht die Stellung in Tirol vorgezogenzu haben, gleichwohl sagt er an einer andern Stelle selbst, daßer nur darauf gewartet habe, den Erzherzog in Tirol auftretenzu sehen, um dann über ihn herzufallen.

Wenden wir uns jetzt zu den Verhältnissen, die den Waffen-stillstand von Leoben und den Frieden von Campo Formio her-vorgebracht haben.

Zunächst war es offenbar die Armee Bonapartes, welchedurch ihren drohenden Marsch auf Wien den Oestreichern diesenEntschluß abdrang.

Gleichwohl schien diese Armee selbst in einer gefährlichenLage zu sein. Die Massen des östreichischen Staates waren nochintakt; sie hatte sich blos einen schmalen Weg in sie hineiu-gebahnt, und erschien daher wie eine schwache vorgeschobeneSpitze. Deshalb hat man denn auch häufig geglaubt, Bona-parte sei dicht am Rande des Abgrunds durch die Schwächeund Uebereilung der östreichischen Regierung gerettet worden.Wir selbst, indem wir den politischen Ausweg, den Bonaparteeinschlug, als ein verständiges Mittel angesehen haben, sich auseiner Lage zu ziehen, deren Gefahren wir lebhaft geschildert,