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werfen dadurch den Schein auf seinen Gegner, als habe er dieseGefahren nicht zu würdigen gewußt. So ist es aber doch nicht.Bonapartes Lage war verzweiflungsvoll, wenn er bei seinemfernern Vordringen gegen Wien auf überlegene Massen stieß,die ihm Rechenschaft für feine Keckheit abforderten, und überwelche ein Sieg sehr zweifelhaft oder unmöglich wurde; sowieaber diese Massen nicht vorhanden waren, hörte auch seine Lageaus in dem Maße gefährlich zu sein, und nur weil er darüberkeine Art von Gewißheit haben konnte, und so lange ihm derAnmarsch Jouberts durch das Pusterthal noch ganz unbekanntwar, mußte er seine Lage für schlimmer halten, als sie wirklichwar und als sie vom Gegner angesehen werden konnte. Aberhier sind wir genöthigt, uns in eine besondere Erörterung ein-zulassen, um die von uns angegebene Darstellung zu recht-fertigen.
Bonaparte hat nämlich in seinen Memoiren behauptet, daßihm seine Lage vor dem Leobener Waffenstillstände gar nichtgefahrvoll erschienen sei, und daß nichts Anderes ihn zum Ab-schluß des Waffenstillstandes bewogen, als die Erklärung desDirektoriums, daß er auf eine Mitwirkung der Rheinarmee nichtrechnen könne.
Es ist eine schlimme Nothwendigkeit für uns, das Urtheildes Feldherrn selbst in seiner eigenen Sache nicht im vollen Maßegelten zu lassen, und doch kommt es für jemanden, der die Wahr-heit sucht, auf wirkliche Ueberzeugung an, und wenn er diese mehrin den Umständen, als in der Aussage des Feldherrn findet, sodarf er sie der bloßen Autorität nicht aufopfern.
Bonaparte hat seine Memoiren fünfzehn bis zwanzig Jahrenach den Begebenheiten geschrieben und mit Beziehung auf dieKritiken, die ihm über einzelne Akte seiner Feldzüge zu Gesichtgekommen waren, denn er ist mit Widerlegung derselben be-schäftigt. Unter diesen Umständen ist er nicht mehr unbefangen,und zwar um so weniger, als er keine Art von Tadel vertragenkann, und es ihm ganz unmöglich ist, je einen Fehler einzuge-stehen, wie das die andern großen Feldherren so häufig gethanhaben. Dies macht, daß wir in dem Gebrauche seiner Memoiren
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