Jeder dieser drei Wege führt zu einer Mitwirkung der an-dern Armeen; es kommt also nun nicht mehr auf das Verhältnißan, welches der östreichische Staat zur Armee Bonapartes hatte,sondern auf das zu allen drei französischen Armeen, auf welchewir daher unsern Blick gemeinschaftlich richten müssen.
Die Rheinarmee unter Moreau war 70,000, die Sambre-und Maasarmee unter Hoche 60,000 beide also 130,000 Mannstark. Jene hatte Latour mit 50,000, diese Werneck mit 30,000Mann gegen sich, dies macht 80,000. Dieses Machtoerhältnißließ schon keinen Zweifel, daß die beiden feindlichen vom Rheinkommenden Armeen ohne namhaften Aufenthalt vordringen undsich mit der italiänischen in Verbindung setzen konnten. Es waralso auf diesen Punkten für die Oestreichs keine Aussicht, dasgegen die italiänische Armee Verlorene wieder einzubringen; siewaren dort im Nachtheil, wie hier. Waren also keine Mittel,die italiänische Armee in ihrer gefährlichen Lage allein zu ver-derben, mußte die Entscheidung in die Länge gezogen und aufdie Streitkräfte am Rhein mitbegründet werden: so war der Ver-lust von Tirol, Oestreich, Steiermark, Kärnthen und Krain un-zweifelhaft, der von Wien selbst höchst wahrscheinlich.
Hiermit ist aber die östreichische Monarchie allerdings nochnicht niedergeworfen; Böhmen, Mähren und Ungarn mit 120,000Mann, die noch unter den Waffen waren, boten eine Wider-standsmaffe dar, welche die letzte Entscheidung immer nochzweifelhaft machte. Sollten die gemachten Eroberungen eine Be-dingung zur Niederwerfung der östreichischen Monarchie werden,um sie dann zu jedem beliebigen Frieden zu zwingen, so gabes dazu nur zwei Wege: entweder im Vorschreiten zu bleiben,die Absicht auf die fernere Vernichtung der feindlichen Streitkrastzu richten d. h. sie, wie die preußische im Jahre 1806, bis andie entgegengesetzten Grenzen der Monarchie zu verfolgen, umsie dort zu nöthigen, die Waffen zu strecken; oder, wenn diesunmöglich schien, auf irgend einer Linie Halt zu machen, sich ingehörigen Besitz desjenigen Landstrichs zu setzen und darin zubehaupten, der erobert worden war, und in der Fortsetzung des