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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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Wir kehren nach dieser nothwendigen Auskunft zu unsermGegenstände zurück.

Der Erzherzog fand, nachdem er sich in den jütischen Alpenmit den Divisionen Kann und Mercantin vereinigt hatte, wo-durch ihm nicht viel mehr zuwuchs, als er in den vorhergegangenenvierzehn Tagen schon eingebüßt hatte, auf dem ganzen übrigenWege bis Wien nur noch die gleichfalls vom Rhein kommendeDivision Spörckcn, und er blieb also immer noch so schwach,daß Bonaparte ihm selbst unter den Mauern dieser Hauptstadteine Schlacht mit überlegenen Kräften anbieten konnte, und indieser wäre der Sieg wohl kaum zweifelhaft gewesen. Da sichdie Rheinarmcen um diese Zeit noch an diesem Flusse befanden,also 80 und 120 Meilen von Wien, so war an ein schnellesHerbeiziehen von Streitkräften zur Ueberwältigung Bonapartesnicht zu denken.

So war also Bonaparte trotz seiner allerdings immer sehrgespannten Lage doch im Stande Wien zu bedrohen.

Hätten die Oestreicher von der gespannten Lage des fran-zösischen Feldherrn wirklich Vortheil ziehen, hätten sie ihn durchüberlegene Massen, die sich auf ihn stürzten, überwältigen, diesesisolirte Heer zertrümmern können; ja dann mären sie allerdingsso in Vorschuß der Vortheile gekommen, daß sie damit denganzen übrigen Feldzug ausgleichen konnten. Wären die Mitteldazu vorhanden gewesen, so würde freilich der Friede nicht zuentschuldigen sein.

Allein da den Oestreichern die Mittel zu einer thätigenReaktion gegen Bonaparte fehlten, so hätten sie ihren Rückzugnur fortsetzen und die Haupteutscheidung hinausschiebenkönnen. Dies konnte geschehen, indem der Erzherzog sich, ohneeine Schlacht zu liefern, nach Wien hineingeworfen hätte, umes zn vertheidigen; oder Wien aufgegeben und sich noch weiternach Mähren zurückgezogen; oder endlich wenn er sich von Bruckaus nicht auf Wien, sondern nach Ungarn zurückgezogen unddadurch die Hauptstadt vielleicht ganz aus dem Spiele gebrachthätte.