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4/3 (1889) Der Feldzug von 1796 in Italien : Hinterlassenes Werk / von Carl von Clausewitz
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Regierung hätte es also, wenn es sonst ihr Interesse drin-gend erforderte, aus ein Aeußerstes ankommen lassenkönnen.

Der zweite Weg war allerdings für die Franzosen ausführ-barer. Allein wie sehr die französischen Feldherren auch ihreKräfte auf der Linie, welche sie einnehmen wollten, zusammen-hielten, das was sie an Streitkräften mitbrachten, würde auf dieDauer gewiß nicht hingereicht haben, sich in einer so weit vor-getriebenen Stellung zu halten; auch in diesem Falle waren be-deutende Reserven nöthig. Der Unterschied aber lag darin, daßsie in diesem Falle der Reserven nicht so schnell bedurften, weildieser Weg die Dinge nicht so schnell zur Entscheidung brachte,und bis zum Herbst oder Winter, wo sie hauptsächlich in Gefahrkamen überwältigt zu werden, bedeutende Mittel geschaffen werdenkonnten; ferner daß auf dem ersten Wege die Oestreichs fastnur Sündhaftigkeit brauchten, weil die Gewalt der Umständeden Umschwung dann von selbst hervorgebracht haben würde,während auf dem zweiten die positiven Anstrengungen derOestreicher größer sein mußten und mehr ein wohlgeordnetesHandeln nöthig war.

Wenn wir auf diese Weise jeden der beiden Wege, welcheder siegreiche Feind einschlagen konnte, nicht ohne Gefahren fürihn finden und bei gehöriger Ausdauer und Anstrengung des Be-siegten dafürhalten, daß die Wahrscheinlichkeit des endlichen Er-folgs mehr gegen als für den Sieger blieb: so wird der Leserauf die Frage geführt, woriu denn dieses Verschwinden einervorhandenen Größe liegt, und er kann von der Kritik mit Rechtfordern, nachzuweisen, was aus derselben geworden ist. DieFranzosen nicken mit Sieg und Ueberlegenheit vor und gelangen,wie sie es auch anfangen mögen, zu einem ungünstigen Resultate.Das scheint einen Widerspruch in sich zu schließen.

Die Auflösung dieses Räthsels liegt in der Schwächung, diejeder strategische Angriff in seinem Fortschreiten eo ipso erleidet,und die so lange steigt, bis der Gegner wehrlos gemacht, d. h.bis seine Streitkraft vernichtet ist. Es muß also die besiegendeUeberlegenheit mit der Größe des feindlichen Staates im Ver-