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Erster Band.
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Der Weltumsegler, Admiral v. Krusenstern. Z

gen mit dem westlichen Europa trugen das Ihrige dazu bei diewunderlichen Erscheinungen allmählich auszugleichen, die der schroffeGegensatz dieser Scheinbildung und der urwüchsigen Rohheit der alten,einheimischen Zustände nur zu oft zu Tage förderte, und von denenalle Fremden erstaunt in die Heimath berichteten. Es war gewiß einwichtiger Schritt auf der Bahn zu besseren Zuständen, daß Peter III.wenigstens den Adel von allen körperlichen Strafen freigesprochenhatte! — Doch selbst nachdem Katherina ein Viertheil Jahrhundertüber gewaltet und gewirkt hatte, war Rußland noch immer das Landseltsamer Contraste; Krusenstern sollte das an sich selbst und an seinemBruder gewahr werden. Im Seecadetten-Corps herrschte kein großerLuxus. Selbst die Wäsche wurde nicht all' zu oft gewechselt, obgleichsie Tag und Nacht ohne Unterschied getragen wurde; wenn wir unsrecht erinnern nur zweimal — oder vielleicht sogar nur einmal in derWoche. An den Tagen, an denen es reine Wäsche gab, schritt einMatrose früh Morgens durch alle Corridore des Cadettenhauses undläutete mit einer großen Handglocke. Auf dieses wohlbekannte Zeichensprangen die Kadetten aus den Betten, und rannten, wie sie waren

— im Hemde — nach dem Saal in dem die frische Wäsche ausge-theilt wurde. Da stellten sie sich in Reihe und Glied — im Hemdenatürlich — und wie nun ein Unteroffizier die Fronte einer Abthei-lung entlang schritt um die getragene Wäsche in Empfang zu neh-men, zog ein jeder sein Hemd über die Ohren um es dieser Autori-tät zu übergeben, woraus denn die jungen Leute einstweilen, einigeAugenblicke über ohne Hemden in Reihe und Glied standen, bis einzweiter Unteroffizier heran gekommen war, der jedem von ihnen einreines Hemd einhändigte. — Krusenstern's Bruder Karl war Pageder Kaiserin. Wenn der Cadet diesen Bruder mit Urlaub in Peters-burg besuchte, und früh Morgens das stattliche, palastartige Gebäudebetrat das die kaiserlichen Pagen bewohnten, wurde er wohl von einemHoflakeien flüsternd bedeutet daß der junge Herr noch zu schlummerngeruhe. Einen Pagen zu wecken, damit er seinen Bruder empfange

— daran war gar nicht zu denken; so etwas geschah nicht! — Wenndann der Cadet vorgelassen wurde, fand er seinen Bruder in einemZimmer mit getäfeltem und sorgfältig polirten Fußboden, in einemZeltbett mit seidenen Vorhängen; ein Hoslakai trat ein und präsen-tste dem Pagen, noch im Bett, eine Tasse Chocolade.

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