Band 
Erster Band.
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Kriegsscenen aus den Zeiten der Kaiserin Katlierina II.

Abgesehen von zehn Regimentern „Panduren", d. h. Kosacken zuFuß, die nur zur örtlichen Vertheidigung der Grenze brauchbar er-achtet werden konnten, bestand die gesammte Infanterie aus zehnGarde-Bataillonen in drei Regimentern (dem Preobrashenskischen zuvier, dem Semenowschen und Jsmailowschen zu je drei Bataillonen),vier Grenadier- und 46 Musketier-Regimentern (zu zwei Bataillonen);die Reiterei, außer der „Garde zu Pferde", aus sechs Kürassier- undzwanzig Carabinier-Regimentern, zu denen die Husaren und Pikeniereaus den Ansiedelungen kamen, die auf 8000 Reiter angeschlagenwurden, und dann weiter das Aufgebot der verschiedenen Kosacken-stämme, in der Ukraine und am Don.

Die ungefähr 10,000 Mann starke Artillerie.wurde als eineElite-Truppe angesehen und bevorzugt. Dazu kamen 80 Garnison-Bataillone und 17 Dragoner-Regimenter, die für den Dienst im In-nern und an den Grenzen bestimmt waren.

Da seit längerer Zeit keine Recruten-Aushebungen stattgefundenhatten, waren die Regimenter bei Weitem nicht vollzählig, sie warenes sogar noch viel weniger, als die Regierung ermessen konnte —denn bei einer sehr dürftigen Besoldung waren, wie das bis auf dieneueste Zeit herab üblich geblieben ist, die Regimenter für die Ober-sten, die Compagnien für die Hauptleute, Quellen einer keineswegsstreng redlichen Einnahme geworden. — Damals suchten die com-mandirenden Offiziere den Gewinn, um den es ihnen zu thun war,auch dadurch zu steigern, daß sie nicht unerheblich mehr Leute in denListen führten, als die Regimenter wirklich zählten, — ein Unfug,dem zu steuern, selbst dem Kaiser Alexander erst spät gelang. Außer-dem aber ging auch noch ein ganz unverhältnißmäßig großer Theilder wirklich bei der Fahne befindlichen Mannschaft dem wirklichenDienste aus mehr als eine Weise verloren und konnte nicht als „Kom-battanten" gezählt werden. Schon dadurch, daß den Offizieren ge-stattet war, eine größere Anzahl von Leuten als in irgend einer an-deren Armee als „Dentschiks" zu ihrer persönlichen Bedienung zuverwenden, wurde die Mannschaft in Reihe und Glied sehr beträcht-lich vermindert. Nicht weniger dann auch dadurch, daß alles, wasdas Regiment an Kleidungsstücken und Fußbekleidung bedurfte, imRegimente selbst angefertigt werden mußte. Theils die Culturzuständein den entfernteren Provinzen, wo brauchbare Handwerker nicht immer