Kriegsscenen eins den Zeiten der Kaiserin Katderina H.
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zu haben waren, theils die finanziellen Zustände des Reichs machtendies nothwendig — und selbst, wo es sonst nicht gerade unerläßlichgewesen wäre, entsprach es dem Vortheile des Obersten. Nur dieWaffen, die Hüte und das Riemenzeug wurden den Regimentern fertiggeliefert, im Uebrigen erhielten sie nur das Material, Tuch, Lein-wand und Leder — und wenn dann auch die Regierung gewisseSummen für Arbeitslohn auszahlte, ließen die Obersten doch allesunentgeltlich im Regimente selbst verarbeiten. Selbst die Heiligen-bilder für die Regimentskapellen wurden von Soldaten gemalt, diedazu „commandirt" waren, und sich, so gut sie konnten, darauf ein-üben mußten. So bestand denn ein jedes Bataillon zum Theil ausSchuhmachern und Schneidern. Natürlich standen sie, wie ein großerTheil der Dentschicks, mit in Reihe und Glied, wenn das Regimentsich vor einem inspicirenden General, wenn nicht vollzählig, dochrecht stattlich ausnehmen sollte, aber sie waren zum wirklichen Diensteohne Ausnahme nicht brauchbar, sie mußten zum Theil, gleich denDentschiks, schon wenn es zu Evolutionen auf dem Exerzierplätzekommen sollte, wieder austreten. Besonders aber war dem Oberstenaus ökonomischen Gründen daran gelegen, diese Leute im Felde nichtzu verlieren. Er nahm sie herkömmlicher Weise nicht mit in das Ge-fecht. Sofern sie nicht im Depot zurückblieben, wurden sie zu derüberaus zahlreichen Bagage commandirt, bei der immer eine ganzunverhältnißmäßige Wache eingetheilt war. Die Folge aller dieserzusammenwirkenden Umstände war, daß die Bataillone stets sehr un-vollzählig in das Gefecht gingen. '
Die Reiterei war schlecht beritten und ritt auch schlecht. Manglaubte damals in Rußland keine für die schwere Reiterei brauch-baren Pferde zu haben, und suchte dergleichen zum Theil durch Lie-feranten aus der Fremde zu erhalten. Die Kürassierregimenter na-mentlich hatten schwerfällige Thiere, von der Art, die Pferdehändlerund Lieferanten zu jener Zeit als „Holsteiner" zu verkaufen pfleg-ten. — Die Carabinier-Regimenter — zum Theil mit nicht sehr sorg-fältig gewählten kleinrussischen Pferden beritten gemacht — hatteneine eigenthümliche Geschichte; man war zuerst darauf verfallen, der-gleichen in geringer Anzahl als Eliten-Dragoner-Regimenter zu er-richten, was aber der Armee nicht zum Heile gereichen wollte. Dennbald kümmerten sich die höheren Befehlshaber eben nur um diese