Band 
Erster Band.
Seite
110
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Kriegsscenen aus den Zeiten der Kaiserin Katberina II.

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mich als einen Fremden zu sehen; es waren viele Frauen darunter,und ich war überrascht und erstaunt. Ich muß sagen, was der Ruf !von der Schönheit der griechischen Frauen sagt, ist wahrlich nichtübertrieben. Nie und nirgends habe ich so viel schöne Frauen ge-sehen, als auf Schio. — Ich ging zu dem türkischen Gouverneurder Insel und erzählte ihm meinen Unfall; er erwies sich ungemeingefällig und dienstfertig; er ließ mein Fahrzeug an das Land ziehenund nicht nur mit einem neuen Steuerruder versehen, sondern auch über-haupt so gründlich repariren, als in der Geschwindigkeit möglich war."

„So wie es wieder im Stande war, setzte ich meine Seefahrtfort und kam glücklich nach Naxos. Da hatte ich natürlich viel mitdem Grafen Alexey Orlow zu verhandeln. Der ganze Entwurfzum Angriffe und, wie wir hofften, zur Eroberung vonConstantinopel wurde hier zwifchen mir und dem GrafenAlexey verabredet und festgestellt. Er ist nur deswegen nichtzur Ausführung gekommen, weil es inzwischen dem Kanzler GrafenPanin, der immer für den Frieden stimmte, gelungen war, den -Günstling der Kaiserin, den Grafen Gregor Orlow, zu stürzen. Daskonnten wir auf Naxos nicht wissen." ^

„Wie ich nun zur Rückreise wieder auf einem solchen Segel- ;und Ruder-Fahrzeuge eingeschifft an die Dardanellen gelangte, hörteich bald, da die Schiffsleute gelegentlich mit den Leuten am Uferverkehrten, und mit Fahrzeugen, die uns begegneten, ein Gerücht,daß die Friedens-Unterhandlungen zu Bucharest sich zerschlagen hättenund daß der Krieg wieder ausgebrochen sei; ich achtete aber nichtsonderlich darauf. Der Kapudan-Pascha, den ich noch immer beidem ersten der Dardanellen-Schlösser fand, empfing mich wieder inAudienz, fragte aber nur nach dem Grafen Alexey und nach gleich-gültigen Dingen, und ließ sich gar nichts merken von der verändertenpolitischen Lage. Sein Arzt aber zog mich bei Seite, als ich ent-lassen war, und sagte mir in deutscher Sprache: „Wissen Sie! der ^Krieg ist von Neuem ausgebrochen und Sie haben alle Ursache, sich !in Acht zu nehmen."" ^

„Das merkte ich mir wohl, aber ich konnte doch vor der Handnichts Anderes thun, als meine Reife nach Constantinopel fortsetzen,mich dort unter den Schutz der preußischen Gesandtschaft stellen, unddann sehen, wie ich wieder zu unserer Armee kam."