Band 
Erster Band.
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Kriegsscenen aus den Zeiten der Kaiserin Katherina II. 12Z

das Betragen der schwedischen Nation sehr wohl von dem des Königszn unterscheiden wisse. Es sei ihr daher angenehm, daß sie von derDenkart der finnländischen Armee und ihren Beschlüssen benachrichtigtworden sei. Sie wünsche, es möge sich eine noch größere Anzahlvon schwedischen Staatsbürgern vereinigen, um gesetzlich Alles zuordnen, was die allgemeine Wohlfahrt jetzt und künftig erfordere.Vorläufig verlange sie, daß die finnländischen Regimenter des schwe-dischen Heeres sich aus dem russischen Gebiete zurückzögen; das unterdem Könige von Schweden versammelte Heer wolle sie mit Gewaltdaraus vertreiben.

Mit welcher Entschiedenheit trat Katherina hier und in Polenfür die Freiheit, für die Rechte der Nation in die Schranken!

Noch ehe der Sendbote der finnländischen Offiziere mit diesemBescheide zurückgekehrt war, hatten die Verschworenen — wie wir siewohl nennen müssen — am 12. August — zn Aniola, einem Land-sitze dicht am Grenzflüsse Kymene, eine sogenannte Bundesschriftunterzeichnet, in der sie den Krieg des Königs — nicht Schwedens— nicht nur als verfassungswidrig, sondern auch als ungerecht be-zeichneten. Ein „Avertissement", an die eigentlich schwedische Armeegerichtet, sollte diese Ansicht auch in ihren Reihen zn unbedingterGeltung bringen, und zugleich wurde aus einen Reichstag gedrungen,der dem Könige und seiner Macht die gehörigen Grenzen ziehenwerde. Nach Jägerhorn's Rückkehr schloffen dann die finnländischenHerren, als ob sie eine anerkannte selbständige Macht wären undberechtigt Verträge mit auswärtigen Mächten zn schließen, einenWaffenstillstand mit Rußland. Die finnländischen Regimenter zogensich über die Grenze zurück und nahmen weiter nicht Theil an demKriege.

Die eigentlich schwedische Armee, auch nach dem Abfalle der finn-ländischen Regimenter, den Russen, die ihr gegenüber standen, sehrbedeutend überlegen, blieb freilich aus russischem Gebiete stehen, undzwar in ungemein fester Stellung, zwischen Sümpfen, Felsen undFlüssen — aber rathlos — ohne eigentliche Leitung — und bei dembösen Willen der Offiziere unfähig, etwas Weiteres zn unternehmen.

Mussin-Puschkin und Knorring waren, im Bewußtsein der eigenenOhnmacht, sehr erfreut, daß die Dinge diese Wendung genommenhatten, und vermieden es, der schwedischen Armee Veranlassung zu