Band 
Erster Band.
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Die Befreiungskriege 1812—14.

Natürlich offenbaren sich in den Schriftstellern dieser Literaturauch wieder mannigfaltig verschiedene Persönlichkeiten, so daß esnöthig wird, sie scharf in das Auge zu fassen, und sich von den Mo-tiven, die den Einen und den Andern unter ihnen bestimmen, genauRechenschaft zu geben, und in ihnen den Maaßstab für den Werthseiner Mittheilungen zu finden.

Da tritt neben den ernsten, gedankenreichen und streng gewissen-haften deutschen Denker und Forscher Ludwig Hausier, der geistreiche,aber oberflächlich und rhetorisch gebildete Franzose Adolphe Thiers,für den, so viele Wandlungen er auch schon erfahren hat, selbst nachder letzten, Geschichte und Wahrheit nicht Zweck sind, sondern Mittel.Thiers ist nicht Geschichtschreiber, sondern Staatsmann, und seinehistorischen Arbeiten sind ihm nicht Lebenszweck; sie sind nicht umihrer selbst willen und im uneigennützigen Dienst der Wahrheit ge-schaffen, sondern lediglich um die persönlichen oder Partei-Zwecke zufördern, die er als Staatsmann verfolgt. Die Wahrheit ist ihm nichteine an sich heilige und gebietende Macht, deren Dienst er sich ganzund ohne Rückhalt weihen könnte. Sie erscheint vielmehr in seinenWerken stets nur in dienender Gestalt, anerkannt oder verläugnet, jenachdem das Eine oder das Andere dem eigentlichen Zweck entspricht,und selbst da, wo sie hervortreten darf, doch immer auf sehr bestimmtewillkürliche Grenzen eingeschränkt, über welche hinaus sie National-Vorurtheile und Lieblings-Vorstellungen der Franzosen nicht verletzendarf. In früheren Zeiten, der Restauration gegenüber, erging sichder liberale A. Thiers sehr gern in einer höchst unwahren Verherr-lichung des Kaiserreichs und seines Gründers; aber seit zehn Jahrenhat sich das Blatt gewendet; das Kaiserreich ist in sehr unerwünschterWeise wieder erstanden, und hat unter Anderen auch Herrn Thiersals Staatsmann und Parlamentsredner gründlich beseitigt. Seitdemist es natürlich nothwendig geworden, Frankreich in dem großen Werk,das ihm die Geschichte Napoleons I. von Neuem vorführen soll, sehrviel bestimmter auf die Schattenseite des Kaiserreichs aufmerksam zumachen, in dessen Wiederholung es für Thiers keine Stelle gibt. Jetzt,in den neueren Bänden dieses Werkes wird auch wohl von Napoleon'sDespotismus gesprochen; seine Fehler und Mißgriffe werden aufge-deckt; es wird nachgewiesen wie Er, nur Er persönlich zuletzt ganzEuropa gegen sich empört, Er den Krieg nach Frankreich gebracht,