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Erster Band.
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Die Befreiungsknege 1812—14.

Oesterreich war nicht geneigt, ähnliches zu wagen. Daß derKaiser Franz und Metternich sich nicht durch deutsch-patriotische Be-geisterung hinreißen ließen, lag in der Natur der Sache. Diese auf-lodernde Begeisterung, die von einem deutschen Volk, von dessen Rech-ten und Interessen sprach, war für das Wiener Cabinet im Gegen-theil ein Grund mehr, mit kluger Berechnung die weiteren Ereignisseabzuwarten, ehe man sich entschied; denn sie drohte Metteruich's by-zantinische Weltordnung zu erschüttern, in der es nicht Interessen derVölker, sondern nur Interessen der Regierungen, und keine Nationen,sondern nur Unterthanen geben durfte. Diese „jakobinischen" Elemente,über die der Fürst Metternich sich sehr schneidend und wegwerfendäußerte, mußten sogar vor allen Dingen beseitigt werden, ehe mansich auf etwas einließ.

Oesterreich ließ um sich werben: welche der Parteien den höchstenPreis bot für ein Bündniß, der trat Oesterreich bei, eine Rolle, diesich schwerlich durchführen ließ, wenn die Streitkräfte Rußlands nichtin dem Grade zerrüttet waren, daß ihre Wiederherstellung im Laufedes Krieges nur sehr unvollständig gelang.

So wirkte das Unheil, das auch sie 1812 betroffen hatte, fortund fort in weite Ferne. War das russische Heer aus diesem erstenFeldzug besser erhalten hervorgegangen, dann war Oesterreichs Bei-tritt zu dem Bunde Preußens und Rußlands nicht unentbehrlich; dasWiener Cabinet durfte dann nicht einen so hohen Preis darauf setzen;es mußte sich wahrscheinlich dem Bündniß aus die Bedingungen an-schließen, die ihm geboten wurden, anstatt sie selbst vorschreiben zukönnen, und der Bund gegen Napoleon war nicht genöthigt, in dieBahnen der Metternich'schen Politik einzulenken.

Einstweilen besiegte Napoleon im Frühjahrsfeldzug 1813 die un-genügenden Streitkräfte, die ihm bei Lützen und Bautzen entgegengeführt wurden, wenn auch mühsam, durch eine außer allem Verhält-niß überlegene Zahl. Auch die Führung von Seite der Verbündetenließ viel zu wünschen; zwar der ganz unbehülsliche, von dem bösestenWillen beseelte Kutusow war gestorben, aber auch Wittgenstein, deran seine Stelle trat, war, selbst von Diebitsch geleitet, seiner Aus-gabe nicht gewachsen, und man ließ ihn nicht einmal frei walten.Der Kaiser Alexander leitete eigentlich selbst das Ganze, bald vonDiesem, bald von Jenem berathen, in ungenügender Dilettantenweise.