Die Befreiungskriege 1812 14.
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nicht ein, daß Napoleon unmöglich das nördliche Deutschland preis-geben durfte, das zum Aufstande reif, den Verbündeten sofort einengroßen Zuwachs an Macht zuführte. Es fällt ihm nicht ein, daßNapoleon daran denken konnte, Berlin zu nehmen, dort den Herdder kriegerischen Begeisterung zu zertreten, die Nordarmee zu spren-gen, die Festungen an der Oder und Weichsel zu entsetzen, sein Kriegs-theater so zu erweitern, und der preußischen Armee, mit der alleinunter allen Verbündeten er unbedingt einen Vernichtungskrieg führenmußte, durch die Besetzung der preußischen Provinzen die Mittel derErgänzung zu nehmen.
Nur ganz nebensächlich deutet Knesebeck an, daß im günstigstenFall die in Böhmen vereinigte Hauptmacht den Krieg mit einer Offen-sive beginnen könne, deren Object die französische Armee wäre, wennsie an der Elbe stände.
Lange drang er nicht durch mit seinen Vorschlägen; es blieb beider Eintheilung in drei Armeen; ein Aussatz von Radetzky am 7. Julientworfen, setzt noch immer die österreichische Armee nur durch 25,000Russen verstärkt voraus. In den Schlußberathungen zu Trachenbergerlangte Knesebeck aber, daß die größere Hälfte der russisch-preußischenArmee mit der österreichischen in Böhmen vereinigt wurde, die sichdadurch um 120,000 Mann verstärkt sah.
Der Kronprinz Bernadotte war in Trachenberg mit ganz anderenPlänen und Vorschlägen ausgetreten, die Toll noch in der Schluß-sitzung bekämpfen mußte; Dank der „Geschichte der Nordarmee" wissenwir nun auch, mit welchen. Da Oesterreich dem Bunde beigetretenwar, wollte Bernadotte mit dem ihm anvertrauten Heere Hamburg,Lübeck und Holstein nehmen, und über die untere Elbe gegen denRhein vorgehen; d. h. er wollte jedem wirklichen Kamps mit denFranzosen ausweichen, und deshalb dahin gehen, wo der Feind nichtwar, um dort im Leeren zu demonstriren. Ein Entwurf, der ganzseinem sonstigen, zweideutigen Verhalten entspricht.
Toll ging noch in dem Schlußprotokoll, das er niederschrieb, vonder Ansicht aus, daß die Heere der Verbündeten durchaus auf einenGesammtangriff angewiesen seien. Diese Bestimmung wurde aber inden weiteren Ausführungen einerseits von Knesebeck, andererseits vondem österreichischen Generalquartiermeister Langenau dahin abge-schwächt, daß die Initiative dem Feinde überlassen wurde. Man