Band 
Erster Band.
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Der Feldzug 18l2 in Rußland nach einmal. ->>-

Werke über den Zug Napoleon's nach Rußland erschienen, und zwarsolche, die schon ihres Ursprungs wegen ernste Beachtung verdienen.Denn sie rühren zum Theil von bedeutenden Männern her, die selbstAntheil hatten an den Thaten jener verhängnißvollen Zeit und denDingen nahe standen — und zum Theil war den Verfassern gestattetaus bisher verschlossenen Quellen zu schöpfen und namentlich dieUrknndenschätze der Kriegs-Archive zu benützen. Bei alledem aber istdas Ergebniß im Ganzen, wie wir es erwarteten. Wir sehen imWesentlichen nur bestätigt, was bereits ermittelt war — ja in derThat selbst durch die Polemik bestätigt, die Ein und Anderes vondem, was ermittelt war, nicht anerkennen will und anzufechten flicht;und — von taktischen Einzelnheiten abgesehen — liegt der Hauptge-winn unstreitig darin, daß vieles, was bisher nur mittelbar bewiesenwerden konnte, jetzt urkundlich festgestellt ist — und daß uns manchesAndere in größerer Vollständigkeit bekannt wird als früher.

Wer diese neuesten Werke, wie sie oben genannt sind, der Reihenach durchgeht, könnte leicht versucht sein, in den Denkwürdigkeitendes Prinzen — später Herzogs — Eugen von Württemberg die be-deutendsten Aufschlüsse, besonders in Beziehung auf das innere Ge-triebe des russischen Hauptquartiers und die Motive der Handlungenzu erwarten. Wie der Verfasser dieser Blätter die Verhältnisse zukennen glaubte, konnte er eine solche Hoffnung nicht unbedingt theilen.

Der Herzog Eugen von Württemberg hat nämlich, so viel wirwissen, handschriftliche Denkwürdigkeiten in doppelter Gestalt hinter-lassen. Das eine Manuscript, nur seiner Familie bestimmt, erzähltdie Ereignisse seines reichen Lebens sehr ausführlich, ohne Rückhalt;Personen und Begebenheiten sind darin mit dem Freimuth geschildert,der in solchen Mittheilungen vertraulichster Art geboten ist; der Tonder Erzählung im Allgemeinen ernst und würdig, wird doch hin undwieder, wo der Gegenstand unabweisbar dazu aufforderte, ein humo-ristischer. Der zusammenhängenden Erzählung schließt sich eine Reihevon Aufsätzen an, in denen einzelne Episoden weiter ausgeführt sind— wie z. B. sein erstes Zusammentreffen mit dem greisen Feldmar-schall Kamensky, der an der Spitze des russischen Heeres einem narren-hasten Wahnsinn verfiel — sein Zusammentreffen mit Napoleon (1805)an dem Hof zu Stuttgart u. dgl. m. — und diese Aufsätze sind zumTheil vorn höchsten Interesse. Das Ganze füllt, wenn wir nicht