Dcr Feldzug 1812 iu Rußland nach einmal.
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General Danilewsky alle Archive des Neichs geöffnet, alle Hülfs-quellen zur Verfügung gestellt, — und welch' ein Unterschied zwischenbeiden! — Danilewsky sehen wir stets bemüht die Wahrheit zu ver-leugnen und gegen besseres Wissen mit redseliger Unredlichkeit einphantastisches Ruhmesbild an ihre Stelle zu setzen — einen dreistersonnenen Mythus an die Stelle der Geschichte. Wir sehen ihn be-müht nicht nur dem National-Bewußtsein der Russen im Allgemeinenzu schmeicheln — sondern auch den geflissentlich beobachteten persön-lichen Exerzier- und Parade-Liebhabereien des Kaisers Nicolaus; be-müht der Eitelkeit und dem Interesse dieses und jenes zur Zeit Mäch-tigen zu dienen; gewisse begünstigte Persönlichkeiten zu verherrlichen,theils weil sich annehmen ließ, das National-Gesühl werde gern undmit Befriedigung Helden in ihnen erkennen, theils weil sie zur Zeitnoch lebten und bedeutenden Einfluß übten, — und andere dagegen,von denen nichts zu erwarten war, für die kein mächtiger Mann vonEinfluß einstand — besonders wenn sie Deutsche waren, in sehr un-ehrenhafter Weise zu schmähen, wie Barclay, oder ganz mit Still-schweigen zu übergehen, wie Toll. Daneben eine gemachte, unwahreBegeisterung, eine seltsam rohe National-Ueberhebung, eine Verach-tung alles Fremden, die der auf der Universität Göttingen gebildeteDanilewsky natürlich weit weniger empfand, als deshalb affectirte,weil das der Ton war, den der Kaiser Nicolaus angab. — BeiBogdanowitsch dagegen tritt uns unverkennbar das redliche Strebennach Wahrheit entgegen, und die Ereignisse sind, ohne alle verkehrteRuhmredigkeit, in schlichter, ernster Weise erzählt.
Leute wie Danilewsky, deren geschmeidige Dienstfertigkeit stetsden leisesten Winken des gebietenden Herren vorauseilt und selbst dienicht ausgesprochenen Befehle zu erfüllen strebt, Pflegen über das Zielhinaus zu gehen und mehr zu thun, als streng genommen nöthigwäre, um den Zweck zu erreichen; — und so hat denn auch wohlDanilewsky in seinem Feuereifer mehr gethan, als unerläßlich war.Er hätte sich vielleicht nicht in so ganz überschwenglichen Schilderun-gen zu ergehen brauchen, um seinen Kaiser zu befriedigen. Doch,wie sie nun einmal beschaffen war, fand die Art von Schriststellerei,die er trieb, den Beifall des Monarchen, und der General wurde mitEhren, Ordensbändern und Geld überhäuft. Im großen Publikumfreilich, zur Ehre Rußland's sei es gesagt, trugen diese Werke dem