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Erster Band.
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Der Fcldzug 1812 in Rußland noch einmal.

neuen Heer ergänzt werden konnten. Die Folge war, daß sich Ruß-land zu Ende des Jahres 1812 trotz des ungeheueren, unerhörtenErfolges — sofern es auf sich selbst allein angewiesen blieb — docheigentlich in einer vielfach mißlichen Lage befand. Weit entferntEuropa, namentlich Deutschland und insbesondere Preußen „befreien"zu können, wie die augenblickliche Begeisterung der Zeitgenossenwähnte und seither mit seiner Berechnung und diplomatischem Ge-schick als Rußlands wirklich vollbrachte That geltend gemacht wordenist, war Rußland in Wahrheit vollkommen außer Stande sich durcheigene Macht allein im Besitz der gewonnenen Vortheile, im BesitzPolens zu behaupten. Der Kaiser Alexander bedurfte unbedingt, imInteresse seines eigenen Reichs, der Hülse Preußens und Oesterreichs,und er wußte das sehr wohl; daß er — und zwar in leidenschaftlichzu nennender Weise — nach einem Bündniß mit den beiden deutschenMächten strebte, hatte wahrlich seinen Grund nicht in einer phan-tastischen, opferfreudigen Ritterlichkeit, — durch die der Beherrschereines großen Reichs auch wohl nicht sein Thun und Lassen bestimmenlassen darf.

Oesterreich war nicht sofort zu gewinnen — und so zeigten sichim Frühjahr 1813 die Folgen der Versäumnisse von Krasnoi zunächstdarin, daß Rußland, nach einem kurzen Feldzug au der Elbe und inSchlesien, sich genöthigt glaubte, die letzten Trümmer seines Heersdurch einen eiligen Rückzug an die Weichsel zu retten, den neuenVerbündeten aber, Preußen, allein der unermeßlichen UeberlegenheitNapoleon's gegenüber seinem Schicksal zu überlassen. Das wäre ge-schehen, wenn nicht Napoleon den verhängnißvollen Fehler beging,den Waffenstillstand zu Poischwitz zu schließen.

Die gewichtigste Folge aber war, daß auch nach dem Waffen-stillstand, im Herbst 1813, trotz der heroischen Anstrengungen Preußens,da die Herstellung des russischen Heers nur sehr unvollständig gelang,die vereinigte Macht Rußlands und Preußens den Heerschaaren Na-poleon's an Zahl bei Weitem nicht gleich kam. Deshalb wurde dasBündniß mit Oesterreich unbedingt nothwendig erachtet, und da Met-ternich seine Bedingungen zu stellen wußte, da es erkauft werdenmußte, führte, was bei Krasnoi und sonst in Rußland verfehlt war,als letztes Ergebniß dahin, daß Oesterreich Herr der Situation wurdeund das politische System Metternich's und seines Kaisers das maß-