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Erster Band.
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Dcr Feldzug 1812 in Rußland noch einmal.

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Es sei vergönnt hier in der Kürze zu wiederholen, was wir inBeziehung auf die allgemeinen Verhältnisse und den russischen Ope-rationsplan als festgestellt betrachten dursten. Es ist das zum Ver-ständniß nöthig.

Rußland hatte im Jahre 1812, zum entscheidenden Kamps mitNapoleon, an der Westgrenze des Reichs eine Heeresmacht zusammengebracht, die — in drei Armeen getheilt — von den Kosackenschwär-men abgesehen — nicht mehr als 175,000 Mann zählte. Wir hattenin dem Leben Toll's diese Zahl nach den zerstreuten und etwas dürf-tigen Angaben ermittelt, die unter den damals vorliegenden alleinals zuverlässig gelten konnten; jetzt wird genau dieselbe Zahl durchBogdanowitsch aus den Acten der Archive urkundlich bestätigt, — nurdaß, wie sich ergiebt, die Hauptarmee unter Barclay um ein paartausend Mann schwächer war als wir annahmen — und die Obser-vations-Armee unter Tormassow etwas stärker.

Hatte man auch nun in Alexander's Cabinet so wenig als inBarclay's Hauptquartier eine richtige Vorstellung von der ungeheurenUebermacht, mit der Napoleon heranrückte, so sagten sich doch wenig-stens die besonneneren unter den Rathgebern des russischen Kaisers,daß man, als die entschieden schwächere Partei, durch die allgemeinenVerhältnisse aus die Vertheidigung angewiesen sei.

Im Wesen der Vertheidigung aber liegt es, daß man die Ent-Zcheidnng im blutigen Kampfe nicht sofort, nicht in den ersten Tagendes Feldzugs herausfordert und nicht an der Schwelle des Landes,das man zu vertheidigen denkt. Die nothwendige Bedingung allerund jeder Vertheidigung ist, daß man im Gegentheil die Entscheidunghinzuhalten sucht, bis die Macht irgend eines wirkenden Prinzips,auf dessen näheren oder entfernteren Einfluß man rechnet, eine gün-stige Wendung in den allgemeinen Verhältnissen herbeigeführt hatund den Sieg im endlichen Kampf hoffen läßt. Daß man dem Feinde,der seinerseits die sofortige Entscheidung sucht, zunächst ausweicht undmehr oder weniger Boden räumt, liegt ganz allgemein in der Naturder Sache und ist kaum zu vermeiden, wenn der unternehmende Geg-ner wirklich die Entscheidung sucht.

In jedem einzelnen concreten Fall fragt sich dann, auf welchenmöglichen Factor des strategischen Calcüls man rechnet, um die ge-hoffte günstige Wendung der allgemeinen Verhältnisse herbeizuführen,

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