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Erster Band.
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Leibeigenschaft und Freilassung der Bauern in Rußland.

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einzelnen Dorfgemeinde im Ganzen, wissen sie keine andere Vorstel-lung zu verbinden als die, daß ihre Verpflichtungen gegen denGruundherrn aufhören, der Grund und Boden aber, wie von Altersher, ihr Eigenthum .bleibt. Es kommt hinzu, daß alle Dorfgemeinden,die bisher frei geworden sind, fei es daß sie sich selbst loszukaufenwußten, sei es daß ein sterbender Erbherr ihnen die Freiheit ge-schenkt hat, in der That eine Stellung gewonnen haben, welche diesenAnsichten entspricht. So gering die Anzahl solcher freien Dörfer auchist, so stehen sie doch in einzelnen Provinzen als Beispiel da.

Es möchte wohl kaum möglich sein, den Bauern einen anderenBegriff von der erwarteten Emaneipation beizubringen, und jederVersuch, ein System durchzuführen, das sie thatsächlich des Grundesund Bodens beraubte, indem es ihnen die persönliche Freiheit ge-währte, wäre mit großen Gefahren verbunden; er könnte leicht furcht-bare, blutige, schwer zu bewältigende Ausstände hervorrufen; dasVolk würde glauben, es sei da ein schändlicher Betrug vorgegangen,wenn es sich auch nicht bestimmter zu erklären wüßte, wie? undkönnte sich empört erheben mit einer Energie und Wuth, die manihm, trotz aller Furcht davor, in solchem Maaß nicht zutraut, weilman es selbst in Rußland in den maaßgebenden Kreisen nicht ge-nügend kennt. — Einfach die frühere Freizügigkeit wiederherzustellen,das könnte keinem denkbaren Zweck entsprechen!

Das sind die Schwierigkeiten, denen sich die Regierunggegenüber sieht! Und sie wachsen in unserer Vorstellung, die Frage,ob es gelingen wird sie vollständig zu besiegen, und ohne gewaltsameErschütterung in glücklichere Bahnen zn gelangen, wird immer zweifel-hafter, wenn wir uns Rechenschaft davon geben, unter welchen Um-ständen und unter welcher Leitung hier eine Aufgabe gelöst wer-den soll, die nicht größer und nicht schwieriger gedacht werden kann.

Es wäre unter allen Bedingungen schon an sich ein schlimmerUmstand, daß die Regierung nur die Eine der beiden Parteien, derenInteressen sich gegenüberstehen, zu Rathe ziehen und um ihre Mei-nung befragen kann — und doch ist das in Rußland in der Thatkaum zn ändern. Es ist ein schlimmer Umstand, daß die leitendenZ Staatsmänner Rußlands nicht wenigstens znm. Theil, wie wohl an-

F derswo, einem gelehrten Mittelstände angehören, der selbst bei der

s; Frage unbethciligt ist, daß die Herren alle selbst Mitglieder des