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Das russische Heer im Frühjahr 1854.
der gewohnten Tracht des Volkes; mitunter auch ungesunde Woh-nungen in den Kasernen; — vor Allem aber Heimweh, das drückendeBewußtsein des eigenen Zustands und — eine unzureichende Er-nährung, die zu den Anstrengungen, die dem Soldaten zugemuthetwerden, zu den Einflüssen eines strengen, zehrenden Klima's, nichtin einem richtigen Verhältniß steht.
Man überrechne nur etwas genauer, wovon der russische Soldatleben soll, und auch wirklich lebt, so weit die Natur sich zu helfenweiß. Besoldet ist er genau genommen gar nicht, denn 2 Rubel und70 Kopeken (nicht ganz 3 preußische Thaler) die er des Jahr's er-hält, sind wohl nicht Sold zu nennen. Wie jede andere Löhnung inRußland, wird auch die des Soldaten tertialweise ausgezahlt. DreiMal im Jahr also erhält der Soldat 90 Kopeken, — eine Kleinig-keit, mit der eben gar nichts anzufangen ist — und die er ziemlichregelmäßiger Weise noch an demselben Tage vertrinkt. Man könnteohne Uebertreibung sagen, der Sold des russischen Soldaten bestehein drei Branntweinräuschen jährlich.
Außerdem werden auf den Mann für Zwirn zur Ausbesserungseiner Montur, Wachs, den Schnurrbart zu wichsen, Stiefelwichseund Kreide, 25 Kopeken gut gethan. Diese erhält aber der Soldatnie selbst, und mit Recht, denn er würde sie in der Regel ebenfallsvertrinken. Sie werden ihm nur verrechnet.
An Lebensrnitteln erhält dann der Mann monatlich einen „Kul"(Sack) Mehl, der mit dem Lindenbast-Sack zusammen 1 Pud 35 Pfund(d. i. 75 Pfund russisches Gewicht) wiegen und 72'/, Pfund (59,26Pfund Zollvereins-Gewicht) Roggenmehl enthalten soll; ferner 7'/^Pfund (6,13 Pfund Zoll-Gewicht) Gersten-Grütze; weiter nichts. Dasist, worauf der Soldat, im Innern des Reichs in Casernen unterge-bracht, regelmäßiger Weise angewiesen ist.
Da nun aber doch ein Mensch nicht wohl von Mehl allein lebenkann, und zum allermindesten außerdem noch etwas Salz bedarf, er-hält der Mann nicht den ganzen Kul Mehl in naturu; 7^ Pfund(russisch) werden abgezogen und zu Gelde berechnet und in den soge-nannten „Artet" d. h. in die Massen der Leute eingezahlt, um ausdiesem Fond aus die sonstige Verpflegung verwendet zu werden.
Es soll Regimenter geben, in denen dann auch noch von jedemKul zwei weitere Pfunde für den Compagnie-Commandeur, und viel-