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Erster Band.
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Das russische Heer im Frühjahr 1854.

Zeit, wo er abgelöst, wieder in die Städte, in die Casernen rückt.Hier also wären die Mittel zu einer ausreichenden Verpflegung soziemlich gegeben. Mißbrauche und Unterschleife, von denen manspricht, und die, sagt man, nicht überall Alles so gelingen lassen wiees wohl sein könnte, mögen wohl als Ausnahmen zu betrachten sein.

Der Gesundheits-Zustand der Truppen ist, wie wir bereits be-merken mußten, im Allgemeinen ein nicht befriedigender, der Kranken-bestand das ganze Jahr über ein höherer, als in mancher anderenArmee. Von Zeit zu Zeit tritt dann aber auch noch, aus besondereVeranlassung eine umfassende Verschlimmerung des Zustands, einegesteigerte Sterblichkeit ein, und zwar in ziemlich regelmäßig wieder-kehrenden Perioden, die in keinem Jahre ausbleiben. Gegen dasFrühjahr tritt z. B. jedesmal eine solche besonders ungünstige Zeitein — bald nach den großen Fasten, während welcher auch unter denSoldaten viele sich in religiösem Eifer erschöpfen und aushungern, ineiner Weise, der die Regierung vielleicht bestimmte Grenzen ziehenmüßte — was sich mit Hülse einer im Allgemeinen sehr fügsamenGeistlichkeit wohl durchführen ließe. Nun kommt die Jubelzeit, dieOster-Woche, da können es die Leute nicht lassen, in Essen und Trinkeneinige Excesse zu begehen —: immer nach einem sehr ärmlichen Maß-stab, wie sich von selbst versteht, aber doch hinreichend, einen in sol-cher Weise geschwächten Organismus krank zu machen. Zu gleicherZeit wird der Exercier-Dienst mit erneutem Eifer aufgenommen. DieFolgen sind leicht zu ermessen.

Als eine schlimme Periode erweist sich dann auch zuweilen dieLagcrzeit im Juni und Juli, zumal bei den in den nördlichen Theilendes Reichs stehenden Truppen, z. B, dem Grenadier-Corps- Manerweist hier unter Anderem auch dem nordischen Sommer etwas zuviel Ehre, indem man die lagernden Truppen die ganze Zeit über,im Zeltlager, in leinenen Beinkleidern einher gehen läßt. Die Mor-gen- und Abendstunden sind aber nicht selten kühl; Erkältungen kommenhäufig vor und sie nehmen, wie das durch den Zustand bedingt ist,in dem der Soldat überhaupt lebt, leicht eine schlimme Wendung.Dysenterien Pflegen hier vielfach einzutreten, oft in bedeutendem Um-fang und in einem gefährlichen Grade.

Um uns von dem Gesundheits-Zustand der russischen Armee unddessen Folgen bestimmt und genau Rechenschaft geben zu können, müßte