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Das russische Heer im Frühjahr 1854.
Die Sterblichkeit in der Armee im Ganzen auch nur annäherndzu ermitteln, ist aus den bereits angeführten Gründen sehr schwierig.Als ungefähre Anhaltspunkte können hier eben nur folgende Angabenbeigebracht werden.
In Friedenszeiten müßten, wenn als Regel angenommen werdenkönnte daß der Soldat das Ende seiner, nach den neuesten Bestim-mungen fünfzehnjährigen Dienstzeit wirklich erlebt, von der gesummtenactiven Armee und Flotte — (abgesehen von den verschiedenen ab-gesonderten Corps, namentlich der Kaukasischen Armee und der soge-genannten inneren Wache) — jährlich etwa 40,000 Mann zu derKriegs-Reserve übertreten, wo sie dann auf weitere 10 Jahre zueventuellem Dienste verpflichtet bleiben. Thatsächlich aber beträgt dieZahl derer, die nach vollendeter Dienstzeit znr Reserve entlassen wer-den können, um ein Beträchtliches weniger als halb so viel im Jahr.Dagegen bedürfen die oben genannten Theile der bewaffneten Machtdes Reichs regelmäßiger Weise jedes Jahr mehr als 40,000 Rekruten,um sich zu vervollständigen, so daß also Verluste durch den Tod zudem Betrag von 24—26,000 Mann zu ersetzen sind, was eine Sterb-lichkeit von etwa 4 vom 100 und sogar noch etwas mehr ergiebt.Da die durchschnittliche allgemeine Sterblichkeit in Rußland — Kinderund Greise mitgerechnet — wie sich von selbst versteht — — 0,027der gesammten Bevölkerung beträgt, ist das jedenfalls ein sehr schlim-mes Verhältniß, und gewissenhafte Militair-Aerzte klagen im Ver-trauen wohl nicht ohne Ursache, daß die Sterblichkeit in der Armeeaus mehr als das Doppelte der Zahlen steige, die man als natur-gemäß ansehen könnte.
Das Reich ist Behufs der Rekrutenstellung — abgesehen vonCongreh-Polen — in zwei Regionen, eine östliche und eine westliche,eingetheilt, die abwechselnd die erforderliche Mannschaft liefern sollen.Da aber zu den eben erwähnten Verlusten noch die bei den Rekruten-Transporten vorkommenden, ferner die der Garnison-Truppen undder „abgesonderten Corps" hinzukommen, zumal die des KaukasischenHeers, das jährlich '/? seiner 160,000 Mann einbüßt, ist der Bedarfstets ein so großer, daß der beabsichtigte Turnus nicht inne gehaltenwerden kann.
In den Kreisen höherer Offiziere wird immer zugegeben, nie inAbrede gestellt, daß die Sterblichkeit in der Armee eine uuverhältniß-