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Erster Band.
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Das nissische Heer im Frühjahr 1854.

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mäßig hohe sei. Aber, da die finanziellen Mittel fehlen, besser fürden Soldaten zu sorgen, gesteht man sich in den höheren Regionennicht gern, daß eine mangelhafte Ernährung der Leute großen Ein-fluß daraus üben könnte; man sucht den Grund lieber in anderenDingen. Die Frage, wie es wohl im Allgemeinen um den Gesund-heitszustand einer Truppe stehen muß, in der eine solche SterblichkeitJahr aus Jahr ein herrschen kann; — in wiefern eine Truppe, inder eine solche Sterblichkeit beständig und als Regel herrschen kann,wohl in der gehörigen Verfassung sein mag, den Anstrengungen undBeschwerden eines Feldzugs zu begegnen —: diese Frage wird gar-nicht aufgeworfen und somit auch nicht beantwortet. In den höchstenRegionen kommen alle diese Dinge leider gar nicht zur Sprache.

So viel sich ermitteln läßt, zeigt sich, die jungen Soldaten fin-nischen Stammes ausgenommen, in Beziehung aus die herrschendeSterblichkeit unter den Contingenten der verschiedenen Landestheilekein wesentlicher Unterschied. Den Finnen (Ehsten, Jngern, Karelen)trifft freilich der Militair-Dienst als ein besonders schweres Loos.Besondere Regimenter seiner Nationalität giebt es natürlich nicht inder russischen Armee. Die Finnen werden einzeln in die Regimentervertheilt, und finden sich da in einer vollkommen fremden Welt, inder ihnen das Heimweh besonders nahe liegt. Sie sind Protestanten,haben andere Sitten, sind an eine andere Lebensweise gewöhnt alsdie Russen, verstehen deren Sprache nicht und haben große Mühe,sie zu lernen. Auch werden sie als Volk von den Russen gering ge-achtet, — und da haben sie denn während ihrer mühsamen Ab-lichtung von der Ungeduld der Unteroffiziere und selbst der Offizieremehr als Andere und mehr als billig zu leiden.

Im Uebrigen zahlen die kräftigeren Leute aus den fruchtbarenProvinzen der Mitte und des Südens, und die Rekruten aus dendürftigeren Landstrichen im Norden ungefähr in gleichem Verhältnißdem Lazareth ihren Tribut. Fällt jenen, die daheim an eine reich-liche Ernährung gewöhnt sind, der Uebergang zu dem Soldaten-Lebenschwerer, so haben diese von Hause aus weniger an Kräften und Ge-sundheit zuzusetzen. Ein Beweis aber daß auch das Ungewohnte desganzen Zustandes, Heimweh, Gemüthsleiden in sehr gewichtiger Weisedazu beitragen, die Sterblichkeit in der Armee auf eine solche bedenk-liche Höhe zu steigern, liegt darin, daß es vorzugsweise die jungen

v.Bernhardi, verm. Schriften. I. 24