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Erster Band.
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Das russische Heer im Frühjahr 1854.

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Jedenfalls können die schlimmen Erfahrungen dieser beiden Feld-züge zwar wohl als Beweis der Standhaftigkeit des russischen Sol-daten angeführt werden, der selbst unter dem Druck solcher Prüfungenwie ihm hier auferlegt wurden, seine zuverlässige Haltung auf demSchlachtfelde bewahrte, — aber gewiß nicht als Beweis dafür daßer, vermöge seiner „eisernen Natur", den Beschwerden eines Feldzugsund klimatischen Unbilden besser widerstehe als ein anderer.

In anderer Weise und fast noch in höherem Grade belehrendsind die Erfahrungen, die 1849 während des kurzen Feldzugs inUngarn gemacht wurden. Während der wenigen Monate kriegerischerThätigkeit starb hier — wie in den höheren militairischen Kreisenzu Petersburg verlauten wollte - nicht weniger als ein Sechstheilder gesummten Mannschaft des russischen Heeres an Krankheiten imLazareth — und was wohl ganz besonders zu beachten ist —: dieTruppen litten in den ungesunden Theisgegenden nur wenig mehrals in der gesunden Bergluft der Karpathen. Danach scheint es,daß die bedeutende Sterblichkeit nicht vorzugsweise durch örtliche Ver-hältnisse hervorgerufen wurde.

Auch in früheren Kriegen haben sich die Verluste durch Krank-heiten gar sehr fühlbar erwiesen. Wir glauben aber nicht, daß hierein unabänderliches Verhängniß waltet. Vielmehr scheint die Fol-gerung nahe zu liegen, daß solche Ergebnisse schon durch die Lebens-weise des Soldaten im Friedensdienst, ihre Bedingungen und ihreFolgen, vorbereitet werden — und wir sind veranlaßt, in der Ge-sammtheit der Verhältnisse, die Einfluß aus den Gesundheits-Zustanddes Soldaten üben, diejenige Seite des russischen Heerwesens zu sehen,die vor allen einer durchgreifenden Reform bedarf.

Bei alledem geht der russische Soldat dem Kriege ruhig undgefaßt entgegen, ja er heißt ihn in seiner Weise willkommen und ziehtim Allgemeinen ganz gerne ins Feld. Daß er dem Lazareth verfallenkönnte, daran denkt er nicht, die Gefahren aber, die ihm aus demSchlachtfelde bevorstehen, imponiren ihm nicht. Er tritt in durchauszuverlässiger Haltung gegen sie in die Schranken. Nur darf mandabei nicht an eine phantasievolle Begeisterung denken, die ihn etwaergriffe; nicht glauben, daß er mit besonderer Freudigkeit gerade inden gegenwärtigen Krieg ziehe, weil man ihm sagt daß er für dieslavischen Stammesbruder in Bulgarien geführt werde, und für das