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Zweiter Band.
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Der französische Adel in seinem Verhältniß

So lange die Bewegung wesentlich gegen die Krone ge-richtet war oder schien, stand eben überall in Frankreich derAdel an der Spitze derselben.

Der leitende Minister Brienne gab sich zwar eine Zeit lang dasAnsehen, als wolle er dem Sturm trotzen, als wolle die Regierungihre Stütze in dem Mittelstände, im Volk suchen, um gegen die be-vorrechteten Stände durchzudrängen; man hörte seine Worte wieder-holen: der König wolle durch sein Volk herrschen, trotz aller Vor-rechte und aus Kosten der Bevorrechteten — eu ckchnt äs8 piävilöKsset rrux ciopons Ü68 piävil6Kie8. Aber es fehlte der Muth, so hoch-tönende Worte wahr zu machen; es fehlte die Macht dazu, die nurdas Vertrauen der Nation hätte verleihen können.

Man wagte die eour plouiöro, die allen königlichen neuerndenVerordnungen die Form von Gesetzen geben sollte, nicht wieder zuversammeln, und in Mitten der rathlosen Verwirrung rückte derAugenblick heran, wo der königliche Schatz seine Zahlungen einstellenmußte, das ganze künstliche Getreide der Verwaltung still zu stehendrohte!

Dies Unheil wagte der Minister nur unter dem Schutz einesweit reichenden königlichen Versprechens kund zu thun. Als Vorbe-reitung dazu mußte der König schon am 2. August die verabredete,eigenmächtige Versammlung der Stände des Delphinats zu Romansgut heißen, ja sie auffordern, sich frei über die künftige Verfassungihrer Provinz zu berathen und das Ergebniß dem König vorzulegen.Am 8. August erfolgte dann, in Form eines vom König genehmigtenBeschlusses des Staatsraths, das Versprechen, die allgemeinen Reichs-stände zum 1. Mai des folgenden Jahres zusammenzurufen.

.Als entscheidend merkwürdig tritt dabei hervor, daß auch Brienneschon von diesem Augenblick an, wo die Hoffnung ausgegeben wurde,Frankreich ohne Stände umzubilden, dahin trachtete, anstatt der soleidenschaftlich verlangten alten Reichsstände, unter demselben Nameneine Versammlung ganz anderer Art zusammenzubringen; anstattjener Stände, in denen Adel und Geistlichkeit vermöge zweier Stim-men gegen die eine des dritten Standes herrschten und die ihnendienen sollte, ihren Willen zum herrschenden in Frankreich zu machen,eine anders gestaltete, von anderem Geist beseelte, vermöge derenman eben dieser bevorrechteten Klassen, ihres Widerstandes, ihres