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Zweiter Band.
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zur Revolution und zur Fusion. (1856.)

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durchzusetzen, erschien er auch hier in Waffen, und um so zahlreichals möglich aufzutreten, hatte er selbst alle jüngeren Bruder undSöhne aufgeboten, die gar nicht berechtigt waren mitzustimmen. Weitentfernt, die Hand zur Versöhnung zu bieten, setzte die bretonischeRitterschaft vielmehr ihren Stolz darein, ihre Ansprüche so schroff undgebieterisch als möglich hinzustellen, ja bis auf das Aeußerste zusteigern. Es war unter anderem von einer Militärschule die Rede,die aus Kosten der Provinz errichtet werden sollte, zum Besten derarmen Familien des bretonischen Adels, deren Söhnen unentgeltlicheAufnahme zugesichert wurde. Der dritte Stand blieb natürlich ganzausgeschlossen von dieser Anstalt, deren Kosten er wieder ganz alleintragen sollte. — „Und was sollen denn unsere Kinder haben?" riefein Abgeordneter des dritten Standes —: „Das Armenhaus!"(I'bopitnl), erwiderte der Marquis Tremargat, der zu den Haupt-rednern des Adels gehörte. — Kein Wunder, daß es zu endlosenDuellen kam, zu blutigen Händeln zwischen dem Adel aus der einenSeite, dem dritten Stande, dem Volk, den Studenten auf der an-deren.

Doch wir kehren zum Mai 1788 und den Schritten der Regie-rung zurück. Der Minister Brienne hatte auch eine außerordentlicheVersammlung der Geistlichkeit zusammengerufen, um von ihr eineGeldhülfe zu erhalten — aber vergebens! — Die Prälaten antwor-teten auf jeden Vorschlag mit den heftigsten Protestationen gegen dieErhöhung der Vingtieme — gegen die Umbildung der Gerichte —und ganz besonders gegen alle und jede neue Auflage oder Anleihe,die nicht durch die Reichsstände bewilligt wäre. Die Znsammenbe-rufung der Reichsstände verlangten auch sie immer und immer vonNeuem, und als man sie endlich im Juli wieder auseinander gehenließ, hatte man eben nichts gewonnen, als eine Anzahl leidenschaft-licher Vorstellungen in diesem Sinn.

Man darf dabei nicht vergessen, daß in dieser Versammlungdurchaus nur die adeligen Prälaten tagten, daß die aus dem Bürger-und Bauernstande hervorgegangene Pfarrgeistlichkeit hier so wenig,als ehemals in den Versammlungen der Reichsstände, Sitz undStimme hatte.