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Zweiter Band.
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zur Revolution und zur Fusion. (1866.)

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Wer sollte ferner seinem Wort glauben, oder seinem Eide trauen?

Das gefeierte Haupt des ausgewanderten Adels war der Grasvon Artois, der in unseliger Thätigkeit bemüht war, neue Verwir-rungen anzuzetteln und sich nie und nirgends einige Klugheit undMäßigung zu gebieten wußte.

In Koblenz, wohin er ging, als man ihn und sein Treiben inTurin nicht mehr dulden konnte, fand sich auch der Graf von Pro-vence ein, der glücklicher als Ludwig XVI. ohne große Schwierigkeitenentkommen war. In Masse wanderte nun der französische Adel zudiesen Prinzen, um von ihnen geführt Frankreich von Außen her zuerobern, und nicht nur den alten Glanz der Krone, sondern auch undzwar vor allen Dingen, die alte Standesherrlichkeit des Adels wiederherzustellen —: was sie sich Alles in der seltsamsten Verblendungsehr leicht vorstellten. Sie zogen dahin um für ihre eigenenInteressen zu kämpfen, für die der Krone nur sehr mittel-bar, insofern das eben durch ihre Standesinteressen be-dingt war. Die meisten von ihnen ließen sich durch Leichtsinn zudem abenteuerlichen Zug bewegen, und durch ihre gänzliche Unfähig-keit die Zukunft zu berechnen —: eine nicht ganz geringe Zahl, wieaus ihren eigenen Denkwürdigkeiten hervorgeht, aus kindischer Eitel-keit, um nicht zu versäumen was durch das Beispiel der Prinzenfür guten Ton erklärt war. Des Königs wurde dabei zum Ver-wundern wenig gedacht; in sträflichem Uebermuth ließen die Herrensich gehen, ohne je zu bedenken, wie sehr sie durch die leidenschaft-lichen, herausfordernden Aeußerungen ihres Trotzes den Zorn allerFranzosen reizten, welche Gefahren sie auf Ludwig's XVI. HauptHerabriefen, indem sie immer wieder betheuerten, so oft der Königein neues Decret der Nationalversammlung bestätigte, oder einenneuen Eid leistete: sie wüßten recht gut daß er im Herzen ganzanders gesinnt sei; daß er sich nur verstelle; daß er lüge, wie mandas wohl mit schlichten Worten nennen müßte.

Zunächst erwirkte der Gras von Artois das bekannte Rund-schreiben des Kaisers Leopold II. an alle königlichen RegierungenEuropa's, die aufgefordert wurden, sich mit dem Kaiser zu vereinigen,um Ludwig's XVI. Sache zu der aller Könige zu machen, zu ver-langen daß der König von Frankreich unverzüglich in Freiheit ge-setzt werde, jeden weiteren Frevel gegen seine geheiligte Person furcht-