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Zweiter Band.
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Der französische Adel in seinem Verhältniß

bar zu rächen, und nur die Verfassung Frankreichs als gültig an-zuerkennen, die er aus freiem Willen dem Lande geben werde. DieSprache dieses Schreibens war beleidigend für Frankreich; alle Frei-sinnigen, die Gemäßigten vor allen, konnten danach leicht ermessen,welches Schicksal sie erwartete, wie böse das Rachegelüst sei, dem sieverfallen mußten, wenn Artois' Partei je die Oberhand gewann.Das seltsame Aktenstück wurde gedruckt, und das war um so unbe-sonnener, da Kaiser Leopold durchaus nicht geneigt war, diesen stolzenWorten Nachdruck zu geben.

Der König von Preußen und Kaiser Leopold kamen in Pillnitzzusammen: ungeladen fanden sich die französischen Prinzen dort einund suchten eine Schilderhebung für ihre Zwecke herbeizuführen. Siewaren mit dem Ergebniß nichts weniger als zufrieden, wie uns alleSchriftsteller der Partei belehren; die vorsichtige, etwas gezwungeneErklärung der deutschen Monarchen, die unter gewissen Bedingungenund Voraussetzungen (wenn nämlich alle Monarchen Europa's sichmit ihnen zu diesem Zweck vereinigten) ein bestimmtes Eingreifen indie inneren Zustände Frankreichs zu verheißen schien, genügte denPrinzen keinesweges, so sehr sie Frankreich beleidigte. So sehr esdamit noch im weiten Felde war, säumten doch die Prinzen nicht,diese Erklärung durch den Druck bekannt zu machen und einen offenenBries an Ludwig XVI. dazu, in welchem sie erklärten, sie wähltendies Mittel diesem unglücklichen Monarchen die Hülfe aller europäi-schen Mächte zuzusichern, weil ihnen jede andere Art der Mittheilungunmöglich gemacht sei. Sie forderten den König auf, die jetzt soziemlich vollendete Verfassung, welche die Nationalversammlung aus-gearbeitet hatte, zu verwerfen; diese vernichte die Rechte der Krone,des königlichen Hauses und säst aller (?!) Unterthanen des Mo-narchen. Sie stehe im Widerspruch mit den tausendjährigen Ge-setzen des Reichs — (als ob die Verfassung Frankreichs seit den Zei-ten der Merowinger immer dieselbe geblieben wäre) — im Wider-spruch mit dem Krönungseid und mit den Vorschriften der oallisrs,welche treulose Abgeordnete in allen Theilen übertreten hätten. Pflichtund Ehre forderten von dem Könige, daß er dies Werk der Unge-rechtigkeit verwerfe, besonders da er seine Person und seine Kronedurch den versprochenen Beistand aller Souveräne Europa's gesichertsähe. Sollte er jedoch in seiner gegenwärtigen Lage, da er Gefan-