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Zweiter Band.
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116 Dcr französische Adel in seinem Berbiiltniß

selben Würde besteigen könnten, mit der seine Vorfahren ihn be-saßen.

Auch im Namen des ausgewanderten Adels erschienen gedruckteErklärungen. Auch diese Herren gaben dem König ihr Mißfallenwegen der Annahme der Verfassung zu erkennen. Sie versprachenden Prinzen, und nur diesen zu folgen, um unter deren FahnenFrankreich für den König — und das alte, rechtmäßige System,wieder zu erobern. Die Prinzen verglichen sie mit Heinrich IV. undwendeten auf sie, eigentlich aus Artois, die Verse der Henriade an:Hui ynr Is mallisur msins Njguit ü g-annsi'usr,ksrsssuts iouAtsmps sut vainsio st yrrrckonnsr.

Ueber das eigentliche Ziel, welches die Ausgewanderten ver-folgten, kann kein Zweifel sein. Aber in welcher Form die alte Herr-lichkeit wieder hergestellt werden sollte, ist eigentlich nie bekannt ge-worden. Es läßt sich leicht erklären, warum alle Bethciligten darüberschwiegen, als nichts davon zur Ausführung kommen konnte, auchmögen sie darüber nicht ganz einig gewesen sein. Jedenfalls wollteman fortan Ludwig XVI. nicht unbedingt walten lassen, denn seinerSchwäche, welche die Sache des Adels mehr als einmal preisgegebenhatte, traute man nicht mehr; es mußte also dafür gesorgt werden,daß der Einfluß der Prinzen fest begründet blieb. Auch traute Lud-wig XVI. seinen Brüdern nicht unbedingt, und fürchtete deren Vor-mundschaft zu verfallen. Sein geheimer Gesandter, der ihn amKaiserhos in Wien und bei Friedrich Wilhelm II. vertrat, der BaronBrsteuil, stand daher auch den Prinzen und ihrem Calonne in offenerFeindschaft gegenüber, und als es später zum Kriege kam, richteteLudwig XVI. unter der Hand an Oesterreich und Preußen die Bitte,die Ausgewanderten nicht an der Spitze des Heeres in Frankreicheinrücken zu lassen. Er wünschte durch die Verbündeten, nicht durchdie Ausgewanderten, befreit, Herr seiner Schritte zu bleiben.

Uebrigens erschwerten sich die Ausgewanderten selbst ihre Auf-gabe dadurch gar sehr, daß sie unter einander nichts weniger als einigwaren. Sie blieben eben zu Koblenz dieselben leeren, nichtigen, zuallen ernsten Dingen untüchtigen Menschen die sie im VersaillerSchloß gewesen waren; die gesummte Thätigkeit der Herren drehtesich mit rastlosem Eifer in Intriguen herum, in denen die ernsten Dingeimmerdar armseligen Rücksichten persönlicher Genußsucht oder Eitel-