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Zweiter Band.
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170 Die französische Revolution und die lnstorische Forschung.

pold's II. Tode wurde der preußischen Regierung ein solches Bündniß !mit Frankreich angeboten; man dachte in Paris an eine Coalition,die Frankreich, Preußen und Polen gegen Oesterreich und Rußlandbilden sollten.

Die Girondisten zwangen die Regierung Frankreichs im April1792, Oesterreich unter sehr nichtigen Vorwänden den Krieg zn er-klären— und führten dadurch, als unmittelbarstes Ergebnißihres Treibens, den Untergang Polens herbei, wie Sybel mitüberraschender Klarheit darthut. Das Unheil der Zeit ging, fürEuropa im Allgemeinen, eben daraus hervor, daß gleichzeitig mitdem französischen, auch in Polen ein unmöglich gewordenes Gemein-wesen zusammenbrach, daß die unseligen Verwickelungen, die sich hierergaben, auf das Allerengste mit der Politik Europas, Frankreich ^gegenüber, verflochten blieben und diese Politik in einem bisher nicht !hinreichend gewürdigten Grade beherrschten. ^

Waren die deutschen Mächte in einen Krieg mit Frankreich ver-wickelt, so gab es keine Möglichkeit, sich gleichzeitig den Unterneh-mungen Rußlands in Polen zu widersetzen; das ist einleuchtend.Noch am 10. März, kaum sechs Wochen vor der Kriegserklärung,hatte Oesterreich die preußische Regierung von Neuem aufgefordert,in die bleibende Vereinigung Polens mit Sachsen zu willigen: davonkonnte nicht mehr die Rede sein; — es blieb sehr bald keine Wahl,als entweder Polen ganz der Botmäßigkeit Rußlands verfallen zulassen, oder es zu theilen.

Preußen, zwar durch sein Vertheidigungsbündniß mit Oesterreichbis auf einen gewissen Grad verpflichtet, äußerte doch, es müsse fürseine Anstrengungen in dem bevorstehenden Kriege, „an dem es kein ^politisches Interesse habe", eine Entschädigung erhalten. Um Preußendesto gewisser in den westlichen Krieg zu verwickeln, bot Katherinaeine polnische Provinz als Entschädigung, und damit war der Anstoßzu der zweiten und zu der endlichen Theilung Polens gegeben. Oester-reich, dessen Politik unter Kaiser Franz Cobenzl, Spielmann und dannThugut leiteten, gab nun auch Polen aus, als es sich gezwungen sahdas Schwert zu ziehen, suchte aber auch nach einer Vergrößerung,nach einem Lohn für seine kriegerischen Anstrengungen, und kam aufseinen Wunsch zurück: Bayern gegen die flandrischen Provinzen ein-zutauschen. Jetzt, wo Preußen nicht mehr widersprechen konnte, schien