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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. <1859.)
Die Rathlosigkeit aber ist von der Art, daß Niemand zu sagenweiß, was werden sollte oder könnte, wenn etwa der Kaiserthron un-verhofft zusammenbräche, und was möglicher Weise an dessen Stelletreten könnte. Denn welche Aussichten die Orleans hätten, und wasvon ihnen zu erwarten wäre, ist schwer zu berechnen — und daß vonHeinrich dem Fünften gar nicht die Rede sein kann, das weißganz Frankreich nur zu gut! — Man sagt sich, daß der Augenblick,der Zufall über das Schicksal des Landes entscheiden, und vielleichtganz ungeheuerliche Dinge zu Tage fördern würde; man fürchtet,daß jede Bewegung, weß Geistes Kind sie auch wäre, nur allzu leichtunversehens die Rothen wieder empor bringen könnte, und so würdedenn — für jetzt, — eine jede Bewegung, die den Sturz des Kaiser-throns beabsichtigte, weitaus überwiegend mit Entrüstung ausgenom-men werden.
Dem aufmerksamen Beobachter kann es dann nicht verborgenbleiben, daß diese eng verbundenen Erscheinungen, der Mangel anMuth den möglichen Gefahren im Innern gegenüber, und diese voll-kommene Rathlosigkeit, ihren tieferen Grund in den sittlichen Zu-ständen im Allgemeinen haben; in einem moralischen Verfall derNation — von dem sie sich möglicher Weise wieder aufraffen kann —der aber für jetzt nicht abzuläugnen ist. Sie haben ihren Grund darin,daß das französische Volk den Glauben an sich selbst, an die sittlicheWürde des eigenen Charakters verloren hat. Man sagt sich, daß dieseWürde, wie der Sinn für das Ideale untergegangen ist in dem gie-rigen Verlangen nach sinnlichem Behagen. Luxus, Eleganz, trivialerLebensgenuß, und in letzter Instanz die Mittel, sich diese Herrlich-keiten zu verschaffen — Geld mit einem Wort das sind die ein-zigen Dinge, die im Ernst mit wirklicher Energie und Ausdauer er-strebt werden; und zwar mit solchem Eifer, daß man sich der unred-lichen Mittel, sie zu gewinnen, nicht sonderlich schämt. Kein Franzoseglaubt daran, daß irgend eine namhafte Anzahl Individuen in Frank-reich bereit wäre, für die Güter, die eine ideale Ansicht der Welt er-strebt, uneigennützige Opfer zu bringen, oder Wagnisse zu bestehen.
Man werfe nur einen Blick auf die französische Literatur, wiesie nicht seit heute und gestern erst, sondern schon seit zwanzig Jahrenher geworden ist. Bedarf der Verfasser eines Romans eines Helden,der in idealem Streben den Werth des Lebens sieht, so muß das ein