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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)

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großer Ueberlegnng zu dem geraden Gegensatz einer nationalen Armee,zu einer Schaar Landsknechte ausgebildet und auf das Sorgfältigstegepflegt. — Schon an sich war es für Napoleon III. nicht schwer,die Armee zu gewinnen, die, den parlamentarischen Wortführern, denredseligen „pögniusft ohnehin nicht sehr gewogen, in der letzten Zeitvor Louis Napoleon's Auftreten von den leitenden Mächten desTages in einer sehr verkehrten, ja geradezu thörichten Weise vielfachverletzt und beleidigt worden war. Nicht allein, daß der Pöbel, vonden Rothen geführt, sie anfeindete und schmähte: auch die wort-führenden Redner in der herrschenden Kammer wußten das Heer,dessen man doch täglich und stündlich bedurfte, nicht zu schonen.Offtciere und Soldaten sprechen noch heute mit der größten Erbitte-rung von ihren Erlebnissen während der kurzen Zeit republikanischenTreibens, und mit Verachtung von den damaligen Zuständen. —Jetzt dagegen fühlen sie sich behaglich als der erste Stand im Staat,ja als der einzige, der irgend eine Bedeutung hat. Von der allge-meinen Unzufriedenheit wird die Armee wenig berührt, da ihr dieInteressen des Landes der Regierung gegenüber fremder sind alsmancher anderen Armee, da Alles darauf eingerichtet ist, den Sol-daten dem Lande zu entfremden.

Die Regimenter haben in Frankreich nicht, wie in Oesterreichund Preußen, Cantons, d. h. Landbezirke auf die sie angewiesen sind,und aus denen ihre Ersatzmannschasten ausschließlich entnommen sind,so daß jedes Regiment ausschließlich Einer Provinz angehört. Es isthier vielmehr Grundsatz, die Rekruten jeder einzelnen Provinz so vielals möglich in alle Regimenter zu vertheilen, und jedes einzelne Regi-ment gemischt aus Leuten der verschiedensten Landestheile, ja der ver-schiedensten Volksstämme zusammenzusetzen. Es ist ferner Grundsatz,kein Regiment sich irgendwo einbürgern zu lassen, und deshalb einjedes so oft als möglich von Ort zu Ort, aus einer Garnison in dieandere zu versetzen. Selten verweilt ein Regiment länger als sechsMonate an einem Ort — denn das ist ungefähr die Zeit, die fest-gesetzt ist. Die Vereinigung einer bunten Sammlung von Individuenaus den verschiedensten Provinzen in einem Bataillon, ergiebt sich ausdiesem endlosen Wanderleben ziemlich von selbst, da die Rekruten einesjeden Departements regelmäßiger Weise jedesmal den Regimenternüberwiesen werden, die sich gerade zufällig in der Nähe befinden.