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Zweiter Band.
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Fmnüeich, Oesteneich und der Krieg i» INUien. ( 1859 ). 227

Ohnehin haben Geist und Stellung der französischen Kirche sichim Lauf dieses Jahrhunderts in bedenklicher Weise geändert. Bisherhatte Frankreich vor den anderen Ländern romanischer Zunge dadurchein Großes voraus, daß die Reformation hier tiefere Spuren zurück-gelassen hatte, als in Italien oder auf der iberischen Halbinsel. Langehatte sich eine resormirte Kirche im Lande behauptet, ja ganz hatselbst Ludwig XIV. sie nicht zu unterdrücken vermocht, als er seinenArm den Jesuiten lieh zu einer empörenden Verfolgung; sie ist nochheut zu Tage durch die Zahl ihrer Anhänger wie durch Geist undHaltung im Süden des Reichs, in Auvergne und Languedoe nichtunbedeutend zu nennen. Höher noch ist wohl der mittelbare Einflußder Reformation anzuschlagen, der überall aus dem Gebiet desgeistigen Lebens fühlbar, auch in der Kirche, im Jansenismus, undselbst in der Art, wie die Grundsätze, die Freiheiten der gallicanischenKirche gedeutet wurden, einen gewissen Widerhall gefunden hatte.Darum waren die treuen Kämpen Roms, die Jesuiten denn auchvon jeher eifrig bemüht, die Grundsätze der gallicanischen Kirchenicht weniger als den Jansenismus zu bekämpfen. Und nicht ohneErfolg; die französische Kirche war bisher gallicanisch —: sie wirdmehr und mehr ultramontan. In ihren höheren Regionen, in demEpiskopat, in der Prälatur, ist sie das bereits vollständig; derGallicanismus hat nur noch in den Reihen der niederen Geistlich-keit seine Vertreter, und es ist dafür gesorgt, daß dieselben auch hiernach und nach verschwinden. Bald wird in der Kirche Frankreichskeine Spur der älteren Grundsätze mehr zu finden sein.

Die ultramontane Partei hat nämlich keine Anstrengung undkein Opfer gescheut, die Erziehung der geistlichen Jugend ganz inihre Hände zu bringen, und es ist ihr gelungen! — Schon zur Zeitdes ersten Kaiserreichs wagte sie ihre ersten Versuche; zur Zeit derRestauration wurden ihre Bestrebungen durch Karl X. mächtig ge-fördert; Ludwig Philipp suchte ihr hemmend in den Weg zutreten und vermochte es nicht, vielleicht weil er auch nach dieser Seitehin nicht entschlossen genug aufzutreten wußte. Napoleon III. läßtsie gewähren.

Aus den Universitäten des Landes, wie sie das erste Kaiserreicheingerichtet hat, oder, um genauer zu sprechen, aus den nouckemissUniversität res, die sämmtlich als Zweig-Anstalten der Einen großen

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