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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859,) 229

die Hörsäle zu betreten, während jene fremden Lehrer darin Hausenund lehren.

Wie weit es die Ultramontanen bereits gebracht haben, daslehrt ein Blick auf die französische Presse. Die gallieanisch gesinntePartei in der Kirche hat in dieser kein einziges Organ, das ihr eigenangehörte; kaum daß eine Zeitung wie das Rinrunl ckss vöbnt«sich ihrer bei Gelegenheit beiläufig und schüchtern annimmt. Dieultramontane Partei dagegen hat in Paris zwei große Zeitungen,von denen die Eine für mächtig gilt und sehr gefürchtet wird —und außerdem erscheint so ziemlich in jeder Provinzstadt ersten Rangesein klericales Tagblatt. Aus dem Ton, den diese Zeitungen sichgelegentlich ungestraft erlauben dürfen — sie allein in ganz Frank-reich, während die ganze übrige Presse auf das Zweckmäßigste ge-knebelt erscheint — ist dann auf die scheue Nachsicht der Regierung,ihr gegenüber, zu schließen, und auf das Gefühl der Macht, dasBewußtsein der Unantastbarkeit, das die Ultramontanen selbst beseelt.

Zur Verbreitung ihrer Ansichten in weiteren Kreisen, außerhalbdes eigenen Standes, in der Laienwelt, dient ihnen außer der Pressenatürlich auch die Kanzel. Was und wie gepredigt wird in demheutigen Frankreich, das übersteigt wohl jeden Begriff, den man sichaus der Entfernung davon machen könnte. Wir haben vor Kurzemdie berühmtesten Kanzelredner des Landes in regelmäßiger Folge ge-hört, und mußten mit Erstaunen wahrnehmen, daß in ihren Vor-trügen weder von dem Inhalt der Religion noch von Moral dieRede war. Das Ganze drehte sich um maaßlose, wahrhaft cynischeSchmähungen, deren Gegenstand die Protestanten, Ketzer, Ungläu-bigen, Freimaurer, Freigeister und Philosophen jeder Art waren,und um eine überschwengliche Verherrlichung des Priesterthnms, zu-mal des Papstthums, das seinen Gipfel bildet. Wir haben den be-rühmten Pater Combalot, der als einer der drei größten Kanzel-redner des Landes neben den Pater Felix und den Pater Bona-ventura gestellt wird, von der Kanzel herab in pomphafter, reichverzierter Rede rühmen hören, daß Gott dem Priester eine Machtverliehen habe, die selbst den Engeln und Erzengeln versagt sei: dieMacht, über das Schicksal des Menschen jenseits des Grabes füralle Ewigkeit zu entscheiden, Sünder zu begnadigen, Ungläubige zuverdammen. Die Weise zu charakterisiren, in der von den Gegnern