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Zweiter Band.
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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.) 237

Der Aerger über die Italiener war übrigens ungerecht zu nennen,da gewiß dieselben oder ähnliche Händel herbeigeführt wurden, auchwenn es gar keine italienische Frage gab. Denn warum führte derBeherrscher Frankreichs eigentlich diesen Krieg? Warum sucht undführt er überhaupt Krieg? Daß ihn eine empfindsame Theilnahmean den Leiden der unterdrückten Italiener dazu bestimmen könnte,ist ein Gedanke, mit dem sich wohl Niemand im Ernst tragen wird.Man wird Gefühlspolitik und Empfindsamkeit am wenigsten versuchtsein, in den heutigen Tuilerien zu vermuthen. Oder sollen wir wirklichglauben, der heutige Beherrscher Frankreichs ziehe das Schwert, ein-gedenk der angeblichen Mission Frankreichs, überall die freie Ent-wickelung der Nationalitäten, politische und geistige Freiheit zu för-dern, die freie Bewegung des Stroms der Zeit, dies „spootaolssuporbo" — „la vaxns trantzaiso sn avant", wie Victor Hugoso schön und treffend sagte? Dann bekämpfte er selbst seine innerePolitik durch seine äußere. — Oder waren es etwa die Verpflich-tungen, welche Sardinien ihm durch seinen Antheil an dem orienta-lischen Kriege auferlegt hat, die jetzt Napoleon zwangen, sich deritalienischen Frage anzunehmen? Diese Verpflichtungen waren keines-wegs von solcher Bedeutung, daß sie Sardinien berechtigten, auf Frank-reichs Beistand zu zählen, selbst wenn es seinen übermächtigen Gegnervon freien Stücken keck herausforderte. Ja, man muß sogar fragen,warum denn Napoleon überhaupt Sardinien Gelegenheit gegebenhatte, ihm solche Verpflichtungen aufzuerlegen? Denn daß 15,000Piemontesen, in der Krim, in einem Kamps von solchen Dimensionen,

- sehr leicht zu entbehren waren, wird wohl keines besonderen Beweises

- bedürfen. Wir sind berechtigt anzunehmen, daß er, umgekehrt, dieseVerpflichtungen ausdrücklich haben wollte, damit ihm der Vorwandnicht fehle, an die Lösung der „italienischen Frage" zu gehen, undes war daher eigentlich schon zur Zeit des orientalischen Krieges alsausgemacht anzusehen, daß Frankreich sich nächster Tage großmüthigdamit beschäftigen werde.

So bleibt denn nur Eine mögliche Antwort aus, die Frage nachdem eigentlichen Grunde, der Frankreichs Beherrscher zum Kriegebestimmte. Er begann den Kamps, um Frankreichs Ansehen in Europas zu steigern, und stufenweise zu einem gebieterischen zu erheben. Unterden Bourbons der älteren Linie sowohl, als unter Ludwig Philipp