Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.) 259
Auf durchaus gesunde Zustände deutet dann auch die unbedeu-tende Rolle, die der Generalstab in der französischen Armee spielt.Er ist hier in der That auf die subalterne Thätigkeit, auf die Hand-langerei, die nach den bestehenden Vorschriften seines Amtes ist, an-gewiesen, ohne sich eines weiter reichenden Einflusses zu erfreuen; dieBrigade-Generale, Divisions-Generale und höheren Führer sind allewirklich das, was sie vorstellen; sie sind selbständig; das leidigetuisour-Wesen oder Unwesen, das mehr oder weniger in fast allenArmeen in Europa einzelnsten ist, und sich in einigen bis zur Cari-catur gesteigert hat —: das existirt nicht in der französischen, st
Was die höheren Führer betrifft, so brauchen wir derjenigen garnicht zu gedenken, die, wie Magnan, Marschälle von Frankreich ge-worden sind, blos um sie für ihre früheren Dienste als Conspirateurszu belohnen. Der Marschallsstab hat ihnen kein höheres Ansehen inder Armee verschafft. Auch Baraguay d'Hilliers gilt da nichtviel. Er mag wohl auch nur Marschall geworden sein, um ein Un-recht auszugleichen, das Napoleon I. sich gegen den Vater desGenerals hat zu Schulden kommen lassen. Auch Pelissier undCanrob ert gelten im Grunde wenig, obgleich man von dem ersterensagt, daß er entschlossen und listig sei. Von dem Marschall Cau-robert weiß man, daß er dem Eroberer von Sebastopol, dem Herzogvon Malakoff, an Kenntnissen, an Geist und militärischer Einsicht un-endlich überlegen ist; man rechnet es ihm — zwar nicht in der Armee,wohl aber außerhalb derselben in wohlunterrichteten Kreisen — sehrhoch an, daß er den Muth des Heeres in der Krim den langenWinter über ausrecht zu erhalten wußte —: aber, so lautet dochimmer der Schluß: er ist ein Mann, den das Bewußtsein einergroßen Verantwortlichkeit zu Boden drückt. Bosquet, der aller-dings in der Krim die Eigenschaften eines ausgezeichneten Feldherrnbeurkundet, und Freund und Feind imponirt hat, ist durch den Zu-stand seiner gänzlich zerrütteten Gesundheit für die Armee verloren —und so war denn Mac Mahon schon vor dem Kriege die eigentlicheHoffnung derselben, der Mann, von dem unbedingt galt, daß ihmeine große Zukunft bevorstehe. Dennoch darf man die Bedeutungauch seines Rufes nicht überschätzen. Niemand zweifelt, daß sichirgend ein Anderer finden würde, wenn er nicht wäre. Das eigentlichCharakteristische und Beachtenswerthe ist gerade, daß die französische
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