Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (1859.)
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gewesen, diese Masse zufällig zusammengewürfelter Provinzen zu einerwirklichen Einheit heran zu bilden; denn wo sollte für ein gemein-sames Staatsleben der lebendige Inhalt hergenommen werden? —für ein gemeinsames Staatsleben von Stämmen und Völkern, diein Abstammung und Sprache, in Sitten, Rechten und Ideen aus-einandergingen, deren geschichtliche Erinnerungen zum Theil geradezuauf unausgeglichene feindliche Gegensätze zurückführten?
Einmal freilich schien der Gang der Weltgeschichte dem HauseHabsburg die Möglichkeit nahe zu legen, auf der Grundlage seinerdeutschen Besitzungen eine mächtige, wahrhaft einheitliche Monarchiezu gründen, wenn auch vielleicht nicht genau in dem Umfang desheutigen österreichischen Staats. Diese Möglichkeit war gegeben,wenn es sich an die Spitze der großen und echt deutschen geistigenBewegung des sechzehnten Jahrhunderts, an die Spitze der Refor-mation stellte. Sehr unmittelbar, in der That, sahen sich die Fürstendieses Hauses dazu aufgefordert, denn nirgends in deutschen Gauenfand die Kirchen-Reformation einen besseren Boden und willigere Auf-nahme als gerade in den österreichischen Landen und in Böhmen. Ja,diese Lande wurden im Wesentlichen protestantisch, trotz alles Wider-strebens ihrer Fürsten. Aber diese Gelegenheit wurde versäumt, dieHabsburger suchten ihren Vortheil in einer gerade entgegengesetztenPolitik, und daraus entsprang, in der Folge der Zeiten, wie aus dereinen Seite der gänzliche Ruin Spaniens, so aus der anderen eine' kränkelnde Ohnmacht Oesterreichs und unsägliches Unheil für Deutsch-- land. Zu Deutschlands Unglück war zur Zeit der Reformation das; Haupt der Habsburger, der Herr der österreichischen Länder, der zu-s gleich die deutsche Kaiserkrone trug, ein Fremder, der für deutschen! Geist und deutsches Leben kein Verständniß hatte und sich mit Stolzeinen Spanier nannte. Aber auch übrigens konnte dieser Fürst derReformation nur feindlich gegenüberstehen, denn er war ein Fürstdespotischer Art, feine Thätigkeit und sein Streben waren durchausauf die Gründung eines absolutistischen Staatswesens gerichtet, under glaubte des Papstes und der Inquisition zu bedürfen, um inSpanien Alles, was sich dort noch von ständischer und städtischer^ Freiheit erhalten hatte, siegreich niederzutreten. Damit war das Loos!' geworfen; die schwierige Stellung an der Spitze auseinanderstrebender' Völker war verschlimmert durch dies feindliche Verhalten gegen Alles,