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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Jlaiien. (l.859.)
was sich lebendig und belebend in ihnen regte; mehr und mehr mußtenin dieser Lage, in den Gefahren, die sie mit sich brachte, die Sorgefür sich selbst der eigentliche Inhalt der Politik des HabsburgischenHauses werden. Sich selbst im Besitz der Macht zu behaupten, dieeigene Herrschaft nach Innen wie nach Außen fester zu gründen undweiter auszudehnen war und blieb die Aufgabe der Dynastie, undnicht der Werth der Dinge an sich, sondern das Verhältniß, in demsie fördernd oder hindernd zu diesem Streben standen, entschied darüber,was gestattet und was unterdrückt werden müsse.
Unter den meist schwachen Fürsten, die Karl V. und seinemBruder Ferdinand auf den Habsburgischen Thronen an der Donaufolgten, blieben die Verhältnisse schwankend, ja sie gestalteten sich immerbedenklicher für die Dynastie. Erst als die jüngere, steiermärkischeLinie in der Person jenes zweiten Ferdinand, zu dem in wichtigenAugenblicken hölzerne Crucifixe vernehmbare Worte sprachen, aber nieder lebendige Geist, — erst seit dieser zur Regierung gekommen war,wurde unter der Leitung der Jesuiten und durch die Waffen der katho-lischen Reichsfürsten und Spanier, der Sieg der Dynastie über ihredeutschen und böhmischen Unterthanen erfochten. Mit welchen Mittelnjedoch und um welchen Preis! Ferdinand II. bebte in seiner finsterenFrömmigkeit vor keinem Mittel zurück, das sein Beichtvater zweckmäßigfand. — Nicht nur Sagen und Mährchen, die im Munde des Volksfortleben, sondern auch sprichwörtliche Redensarten, die sich Jahr-hunderte lang erhalten, können zuweilen Ausschluß über die Geschichteder Vergangenheit geben. Das Volk ist heutzutage gut katholisch inOesterreich, und war es bis auf sehr neue Zeiten herab, ohne daßein abweichendes Element geduldet worden wäre; eine Redeweiseaber, die noch heute unter diesen guten Katholiken mit einer gewissenGedankenlosigkeit wiederholt wird, bezeugt, in welcher Weise der gegen-wärtige Zustand herbeigeführt worden ist. Wenn ein Oesterreichersagen will, daß Jemand ganz über alles Maaß in unerhörter Weisemißhandelt worden ist, ruft er aus: „Den haben sie katholisch ge-macht!" „Wart'! ich werde dich katholisch machen!" ist die ärgsteDrohung, die der katholische österreicher Bauer seinem katholischenSohn oder Knecht zuzurufen weiß. Bekannt ist, daß unter diesemFerdinand der ganze steiermärker Adel bis aus sieben Familienausgerottet wurde, um die Gegen-Reformation zu erzwingen. Um