Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859,)
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Interesse der Ruhe und Ordnung vermittelnd einzuschreiten, die un-, garische Verfassung zweckmäßig zu verbessern, den Unterdrückten ge-^ recht zu werden, und zu der lang ersehnten willkürlichen Benutzungder Steuerkräste des schönen Landes zu gelangen. Das Scherzwort,daß die österreichische Regierung zu solchem Ende gewisse Nationali-s täten erst erfunden habe, um sie der magyarischen entgegenzustellen,l ist nicht ohne gewissen Grund. Das Gefährliche dieses Spiels scheints man in Wien keineswegs nach einem richtigen Maaßstab gewürdigtj zu haben; daß die Bewegung je mächtig genug werden könnte, denThron der Habsburger in seinen Grundfesten zu erschüttern, ja nahezuganz zu überfluthen und wegzureißen: davon wenigstens hatten dieleitenden Staatsmänner keine Ahnung. °)
: Indem nun aber das thatsächliche Thun und Streben der öster-
reichischen Regierung mit ihren ostensiblen Principien nicht selten ineinem ziemlich durchsichtigen Widerspruch stand, erschien sie ihreneigenen Unterthanen gegenüber nicht redlich und nicht wahrhaft, unddaß man ihr gerade diesen Vorwnrf machen konnte, steigerte natürlichihr moralisches Ansehen nicht. Und ferner. Je weiter sie auf diesenWegen ging, desto gewichtiger wurde auch das Unheil fühlbar, dassie sich selbst durch das geflissentliche Niederhalten aller ächten, be-lebenden Bildung bereitet hatte. Eine Regierung, die sich, deneigenen Völkern gegenüber, eine solche Stellung gab, und in solcherWeise nichts aus der Hand geben, Alles und Jedes leiten und be-vormunden wollte, mußte gewiß mehr als jede andere in allen ihrenOrganen durch eine überlegene Intelligenz imponiren, wie durch ener-gische Tüchtigkeit und einen raschen und entschiedenen Gang ihrer Ge-schäststhütigkeit. Anstatt dessen beurkundete, wie schon angedeutet, dasösterreichische Mandarinenthum in fast allen Zweigen der Verwaltungeinen kaum glaublichen Grad allgemeiner Unfähigkeit, und neben pein-licher, unleidlicher Polizei-Quälerei im Kleinen, doch eigentlich einegroße Schlaffheit in den wirklich wichtigen Dingen. Es kamen inseinen Maaßregeln und Verfügungen mitunter gar seltsame Mißgriffevor; hin und wieder traten Erscheinungen zu Tage, wie sie der Volks-witz von Schilda und Schöppenstedt erzählt. Wir übertreiben weder,noch scherzen wir. Man sehe nur bei Schönhals nach und bei dem„Veteranen", der uns Radetzky's Leben erzählt, was für wunder-