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Frankreich, Oesterreich und der Krieg in Italien, (1859,)
ging, und immer mit einer Art von bitterem Behagen genossen wurde.
Der Verfasser dieser Blätter hat dies Schristchen, „Dienst-Reglement Hfür die Armee der freien Reichsstadt Rieblingen" vor Jahren ge-lesen; es wurde ihm damals von befreundeten österreichischen Osfi-cieren mitgetheilt. Der Witz der Satire lag darin, daß alle Unbildenund Verkehrtheiten, die in der österreichischen Armee vorkamen, hierin der ernsten Form von Dienst-Vorschriften, ausdrücklich anbefohlenwurden. Der erste Paragraph verfügte für ewige Zeiten, daß derOberbefehlshaber der Rieblinger Armee stets aus dem Patrizier-geschlecht „von Kraftlos" zu wählen sei; als Zeichen seiner Würdeund Zeugniß seiner Verdienste, solle ihm sein Stammbaum auf denRock gestickt werden. Was die Officiere betrifft, wurde kärgliche Be-soldung und schnöde, rücksichtslose Behandlung derselben durch dieObern, grobes Ausschelten in Gegenwart ihrer Untergebenen, womöglich aus dem Exerzierplatz, vor der Fronte, und dergleichen vor-geschrieben; doch sollten die Herren Generale, um die nöthige Popu-larität zu gewinuen, wenn sie gerade bei guter Laune seien, auch -wieder herablassend und familiär auftreten: nur habe sich die gnä-dige Familiarität stets vorzugsweise an die schlechtesten Subjecte undlockersten Taugenichtse zu wenden; deren galante Abenteuer und loseStreiche könnten dann, — etwa auf der Wachtparade — als derpassendste Gegenstand für beifällig neckenden Scherz besprochen werden.Weiter war Nepotismus vorgeschrieben, rücksichtslose Protection undrasche Beförderung windiger junger Herren von vornehmer Geburt, !Zurücksetzung altgedienter und verdienter Officiere, Unredlichkeit, Un- :sähigkeit und ein langsamer, schwerfälliger Gang des Verwaltungs- iWesens, — genug, das Ganze liefert den Beweis, daß die Armee :gar manches Gebühren der Regierung bitter genug empfand. Währendder kurzen Zeit der Preßfreiheit in Oesterreich erhoben sich dann auchklagende und tadelnde Stimmen alter Officiere: die Regierung sahsich dadurch veranlaßt, die bekannte österreichische militärische Zeit-schrift, die so lange Jahre bestanden hatte, Ende 1849 zu unter-drücken. Daß trotz dem allen die Armee sich fest und treu bewährte,ist ein Beweis von Pflichtgefühl und Disciplin, der ihr doppelt zurEhre gereicht.
Langenau hatte die oben angeführten Worte im Jahr 1836geschrieben; später hatten sich die Zustünde, die er andeutet, natürlich :