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Zweiter Band.
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280 Fmnkrcich, Oesterreich und der Krieg in Italien. (l859.)

schaft zu geben. Fragt man, worin sich denn eigentlich Nen-Oester-reich von der alten Monarchie der Habsburger unterscheidet, wie siezuletzt in Metternich'scher Vollendung vor uns stand? so kann sichaus der unbefangenen Prüfung nur die Eine Antwort ergeben: Esist, was den eigentlichen Inhalt des Staatslebens anbetrifft, ebenschlechthin gar kein Unterschied zwischen dem neugeborenenOesterreich und dem alten; der letzte und höchste Zweck allesStrebens, dem der gesammte Organismus dienstbar gemacht wird,ist durchaus derselbe geblieben: nur die Mittel, vermöge welcher dieserZweck erreicht werden soll, sind andere, moderne geworden.

Es gilt jetzt, wie ehemals, die Interessen der Dynastie, undzwar im Sinn einer gewissen einseitigen Partei-Auffassung, aufrechtzu erhalten, den Absolutismus zu wahren und die Sonder-Interessender bevorrechteten Stände in der Form, in welcher sie sich mit dieserin höchster Instanz maaßgebenden Tendenz vertragen; mit einemWorte, die Aufgabe ist jetzt, wie ehemals, alles das zu schützen undgeltend zu machen, was man in den betreffenden Kreisen, sehr will-kürlich, ausschließlich als „die legitimen Interessen" bezeichnet. Das-jenige, was eine andere Weltanschauung wohl vor Allem unter dielegitimen Interessen rechnen könnte, das Interesse für die geistigeEntwickelung der Völker und die Steigerung ihrer moralischen Würde,mußte natürlich auch jetzt wieder als ein feindliches Element abge-wehrt und niedergehalten werden.

Die Verschiedenheit der Mittel aber, zu welchen man seineZuflucht nahm und nimmt, ist allerdings eine durchgreifende. Andie Stelle der seltsam verschiedenen und veralteten Einrichtungen,welche die frühere Regierung unwandelbar zu erhalten bemüht war,sollte eine in allen Theilen gleichförmige, streng centralisirte unddisciplinirte Verwaltung nach dem Muster des französischen Präfecten-Wesens treten, und in allen Provinzen gleichmäßig Alles umfassenund besorgen.

Das alte Oesterreich stand als ein Absolutismus von byzantinisch-mittelalterlichem Anstrich va, wie er aus den Bewegungen des sech-zehnten und siebzehnten Jahrhunderts hervorgegangen war. DasIdeal, dem das verjüngte Oesterreich zustrebte, war ein Absolutismusnach Napoleonischem Zuschnitt, der gar keine Geschichte hinter sichhat, kein Bestehendes zu berücksichtigen braucht und das ganze Reich